Trocknet der Alkoholgehalt in vielen Mundspülungen die Mundschleimhaut aus?

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Ja, das ist richtig. Der in vielen herkömmlichen Mundspülungen enthaltene Alkohol (meist Ethanol) kann die Mundschleimhaut austrocknen und reizen.

Hier sind die wichtigsten Gründe und Hintergründe dazu:

1. Wie der Alkohol wirkt

Alkohol wirkt hygroskopisch, das heißt, er entzieht dem Gewebe Wasser. Wenn man regelmäßig eine alkoholhaltige Mundspülung verwendet, kann dies die schützende Schleimschicht der Mundhöhle angreifen. Dies führt dazu, dass sich der Mund trocken anfühlt.

2. Das Problem der Mundtrockenheit (Xerostomie)

Ein trockener Mund ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch die Zahngesundheit gefährden:

  • Fehlender Speichel: Speichel ist wichtig, um Speisereste wegzuspülen, Säuren zu neutralisieren und den Zahnschmelz zu remineralisieren.
  • Bakterienwachstum: In einem trockenen Mund können sich schädliche Bakterien schneller vermehren, was ironischerweise zu Mundgeruch führen kann – also genau das Gegenteil von dem, was man mit der Spülung erreichen wollte.

3. Warum ist überhaupt Alkohol in Mundspülungen?

Die Hersteller setzen Alkohol aus verschiedenen Gründen ein:

  • Lösungsmittel: Er hilft dabei, ätherische Öle oder andere Wirkstoffe zu lösen, die nicht wasserlöslich sind.
  • Konservierung: Er macht das Produkt länger haltbar.
  • Desinfektion: Alkohol tötet Bakterien ab (allerdings oft unspezifisch, also auch die "guten" Bakterien der Mundflora).

4. Wer sollte auf Alkohol in Mundspülungen verzichten?

Besonders vorsichtig sollten folgende Gruppen sein:

  • Menschen mit empfindlicher Mundschleimhaut: Alkohol kann ein brennendes Gefühl verursachen.
  • Menschen, die ohnehin unter Mundtrockenheit leiden: (z. B. als Nebenwirkung von Medikamenten).
  • Kinder: Wegen der Gefahr des Verschluckens und der Reizung der zarten Schleimhäute.
  • Alkoholkranke (auch trockene Alkoholiker): Um Rückfälle zu vermeiden oder den Kontakt mit dem Stoff gänzlich zu meiden.
  • Träger von Prothesen: Da die Schleimhaut unter den Prothesen oft schon beansprucht ist.

Fazit und Empfehlung

Heutzutage ist Alkohol für die Wirksamkeit einer Mundspülung nicht mehr zwingend notwendig. Viele moderne Produkte nutzen alternative Wirkstoffe (wie Fluoride, Chlorhexidin in geringer Dosierung oder spezielle ätherische Öle auf Wasserbasis), die genauso effektiv gegen Plaque und Karies helfen, ohne die Schleimhaut auszutrocknen.

Tipp: Achten Sie beim Kauf auf die Aufschrift "alkoholfrei". Diese Produkte sind in der Regel milder und für den täglichen Gebrauch besser geeignet.