Sind moderne Bodenreiniger umweltfreundlich und biologisch abbaubar?

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Die kurze Antwort lautet: Es kommt darauf an.

Es gibt zwar eine starke Tendenz zu umweltfreundlicheren Produkten, aber „moderner Bodenreiniger“ ist kein geschützter Begriff. Man muss zwischen gesetzlichen Mindestanforderungen, herkömmlichen Produkten und zertifizierten Öko-Reinigern unterscheiden.

Hier ist die detaillierte Analyse:

1. Gesetzliche Mindestanforderungen (EU-Standard)

In der Europäischen Union ist die Detergenzienverordnung streng. Seit 2005 müssen alle in der EU verkauften Reinigungsmittel Tenside (die waschaktiven Substanzen) enthalten, die primär biologisch abbaubar sind. Das bedeutet, dass sie ihre reinigende Wirkung verlieren und in einfache Bestandteile zerfallen müssen.

  • Aber: Das gilt oft nur für die Tenside, nicht unbedingt für Duftstoffe, Farbstoffe oder Konservierungsmittel im Produkt.

2. Herkömmliche moderne Reiniger

Viele bekannte Markenwerbung verspricht Frische und Glanz, enthalten aber oft Stoffe, die die Umwelt belasten:

  • Mikroplastik: In flüssigen Reinigern oft als Trübungsmittel oder für den Glanzeffekt enthalten.
  • Synthetische Duftstoffe: Diese sind oft schwer abbaubar und können für Wasserorganismen giftig sein.
  • Konservierungsmittel: Stoffe wie Isothiazolinone verhindern Keimbildung im Produkt, sind aber in Gewässern hochgradig problematisch.
  • Verpackung: Viele Flaschen bestehen noch immer aus neuem Plastik statt aus Rezyklat (Recycling-Kunststoff).

3. Echte Öko-Reiniger (Biologisch abbaubar)

Hersteller von ökologischen Reinigungsmitteln (z. B. Frosch, Ecover, Sodasan, Sonett) gehen weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus:

  • Pflanzliche Basis: Statt Erdöl werden nachwachsende Rohstoffe wie Zucker- oder Kokostenside verwendet.
  • Vollständige Abbaubarkeit: Nicht nur die Tenside, sondern das gesamte Produkt ist in der Regel innerhalb kurzer Zeit biologisch abbaubar.
  • Verzicht auf Schadstoffe: Keine Phosphate, kein Mikroplastik und oft natürliche ätherische Öle statt künstlicher Parüms.

4. Woran erkennt man umweltfreundliche Reiniger?

Wenn du sichergehen willst, dass dein Bodenreiniger umweltfreundlich ist, achte auf diese Siegel:

  • Der Blaue Engel: Garantiert strenge Umweltkriterien und gute Wirksamkeit.
  • EU Ecolabel (die „Euro-Blume“): Ein europaweites Zeichen für geringere Umweltauswirkungen.
  • Ecogarantie / Ecocert: Sehr strenge Standards für ökologische Wasch- und Reinigungsmittel.
  • Cradle to Cradle: Hier wird auf den gesamten Kreislauf (von den Inhaltsstoffen bis zur Flasche) geachtet.

5. Die nachhaltigste Alternative: Hausmittel

Viele moderne Bodenreiniger sind eigentlich unnötig. Für die meisten Böden (außer unversiegeltem Holz oder Naturstein) reichen klassische, extrem umweltfreundliche Mittel aus:

  • Essig oder Zitronensäure: Ein Schuss im Putzwasser löst Kalk und Schmutz (Vorsicht bei Marmor!).
  • Kernseife oder Schmierseife: Biologisch voll abbaubar und sehr effektiv.
  • Soda: Hilft bei starken Fettverschmutzungen.

Fazit

Nicht jeder moderne Bodenreiniger ist umweltfreundlich. Viele enthalten „grün gewaschene“ Marketingversprechen. Wenn du die Umwelt schonen willst, solltest du gezielt zu Produkten mit Öko-Zertifizierung greifen oder auf bewährte Hausmittel zurückgreifen. Ein wichtiger Faktor ist auch die Dosierung: Die meisten Menschen verwenden viel zu viel Reiniger – weniger ist hier fast immer mehr für die Umwelt.

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