Sind in Milchzahn-Gel Betäubungsmittel wie Lidocain enthalten?
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Die Antwort lautet: Es kommt auf das Produkt an. Es gibt sowohl Gele mit als auch ohne Lidocain (einem Lokalanästhetikum).
Hier ist eine Übersicht über die aktuelle Situation:
1. Produkte mit Lidocain (z. B. Dentinox-Gel N)
Einige klassische Zahnungshilfen enthalten Lidocainhydrochlorid in einer für Säuglinge angepassten, niedrigen Dosierung. Das Lidocain betäubt das Zahnfleisch lokal und lindert so den Schmerz schnell.
- Vorteil: Schnelle, direkte Schmerzlinderung.
- Kritik: Es besteht das Risiko einer Überdosierung, wenn Eltern das Gel zu oft oder zu dick auftragen. Zudem kann das Gel verschluckt werden und den Rachen leicht betäuben, was den Schluckreflex beeinträchtigen kann.
2. Produkte ohne Lidocain (Pflanzliche oder alternative Gele)
Aufgrund der Warnungen von Gesundheitsbehörden (wie der FDA in den USA oder ähnlichen Hinweisen in Europa) greifen viele Eltern zu lidocainfreien Alternativen. Diese setzen oft auf:
- Pflanzliche Inhaltsstoffe: Kamille, Salbei, Nelkenöl oder Eibisch (z. B. Osa Pflanzengel, Mama Natura).
- Hyaluronsäure: Bildet einen Schutzfilm auf dem Zahnfleisch (z. B. Multi-Mam BabyDent).
- Vorteil: Geringeres Risiko für Nebenwirkungen oder Vergiftungserscheinungen bei Verschlucken.
Warum ist Lidocain in Zahnungsgelen umstritten?
Gesundheitsorganisationen raten zur Vorsicht, da:
- Verschluckungsgefahr: Wenn das Gel im Mund verteilt wird, kann es den Rachen betäuben. Das Kind kann sich leichter verschlucken.
- Nebenwirkungen: Bei übermäßiger Anwendung kann Lidocain in die Blutbahn gelangen und in sehr seltenen Fällen Herzprobleme oder Krampfanfälle auslösen.
- Kurze Wirkdauer: Der Speichelfluss beim Zahnen ist meist so stark, dass das Gel schnell weggespült wird, bevor es eine lang anhaltende Wirkung entfalten kann.
Worauf sollten Sie achten?
- Inhaltsstoffe prüfen: Schauen Sie auf die Packung unter „Wirkstoffe“. Wenn dort Lidocain oder Polidocanol steht, ist ein Betäubungsmittel enthalten.
- Dosierung: Falls Sie ein lidocainhaltiges Gel verwenden, halten Sie sich strikt an die Dosierungsempfehlung (meist nur eine erbsengroße Menge, maximal 2–3 Mal täglich).
- Alternativen: Oft helfen gekühlte Beißringe, ein feuchter Waschlappen zum Draufbeißen oder eine sanfte Massage des Zahnfleisches mit dem Finger genauso gut.
Empfehlung: Fragen Sie in der Apotheke gezielt nach einem „lidocainfreien Zahnungsgel“, wenn Sie auf Betäubungsmittel verzichten möchten.