Seit wann sind die Geschmacksrichtungen Vanille und Schokolade in Europa bekannt?

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Die Geschmacksrichtungen Vanille und Schokolade kamen etwa zur gleichen Zeit nach Europa: im frühen 16. Jahrhundert. Beide stammen ursprünglich aus Mittelamerika (dem heutigen Mexiko) und wurden von den spanischen Konquistadoren entdeckt.

Hier sind die Details zur Geschichte der beiden Aromen:

1. Schokolade (Kakao)

  • Erste Begegnung: Christoph Kolumbus sah Kakaobohnen bereits auf seiner vierten Reise (1502), hielt sie aber für Mandeln und erkannte ihren Wert nicht.
  • Einführung: Es war Hernán Cortés, der den Kakao nach seinem Sieg über das Aztekenreich nach Europa brachte. Er kehrte 1528 nach Spanien zurück und hatte Kakaobohnen sowie die Ausrüstung zur Zubereitung des aztekischen Getränks „Xocóatl“ im Gepäck.
  • Verbreitung: Zunächst wurde Schokolade nur am spanischen Königshof als bitteres, mit Gewürzen (und später Zucker) versetztes Getränk konsumiert. Im 17. Jahrhundert verbreitete sie sich an den Höfen von Frankreich, Italien und England. Die uns heute bekannte feste Form (Tafelschokolade) wurde erst im 19. Jahrhundert entwickelt.

2. Vanille

  • Erste Begegnung: Die Vanille ist eng mit der Geschichte der Schokolade verknüpft. Die Azteken nutzten Vanille (die sie tlilxochitl nannten) hauptsächlich, um ihr Kakaogetränk zu aromatisieren.
  • Einführung: Auch die Vanille gelangte im frühen 16. Jahrhundert (ca. 1520er Jahre) durch die Spanier nach Europa.
  • Besonderheit: Vanille galt lange Zeit als extrem exklusiv und teuer, sogar noch seltener als Kakao. Das lag daran, dass die Pflanze (eine Orchidee) außerhalb ihrer Heimat Mexiko nicht fruchtete, da dort die natürlichen Bestäuber (spezielle Bienenarten) fehlten.
  • Durchbruch: Erst im Jahr 1841 entdeckte ein 12-jähriger Sklave namens Edmond Albius auf der Insel Réunion ein Verfahren zur künstlichen Bestäubung der Vanilleblüten. Erst ab diesem Zeitpunkt konnte Vanille in großen Mengen produziert und weltweit verbreitet werden.

Zusammenfassung

Obwohl beide Geschmacksrichtungen seit den 1520er Jahren in Europa (zuerst in Spanien) bekannt waren, blieben sie fast 300 Jahre lang ein Luxusgut für den Adel. Erst durch die industrielle Revolution und neue Anbaumethoden im 19. Jahrhundert wurden Schokolade und Vanille zu den heute so alltäglichen und beliebten Aromen für die breite Bevölkerung.