Seit wann ist der Begriff „Studentenfutter“ im deutschen Sprachraum belegt?
Der Begriff „Studentenfutter“ ist im deutschen Sprachraum seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Hier sind die wichtigsten Details zur Geschichte und Herkunft des Begriffs:
1. Erste schriftliche Belege
Die bekannteste frühe Erwähnung findet sich im Jahr 1691 in dem berühmten Wörterbuch „Der Teutschen Sprache Stammbaum und Fortwachs“ von Kaspar von Stieler (auch bekannt als „Der Spate“). Er führt den Begriff unter der lateinischen Entsprechung amygdalae cum uvis passis (Mandeln mit Rosinen) auf.
2. Ursprüngliche Zusammensetzung
Anders als heute, wo Studentenfutter oft eine Vielzahl von Nüssen (Cashews, Walnüsse, Haselnüsse) und Trockenfrüchten enthält, bestand die Mischung ursprünglich ausschließlich aus Mandeln und Rosinen. Gelegentlich wurden auch kandierte Gewürze wie Anis- oder Koriandersamen beigemischt.
3. Warum „Studentenfutter“?
Der Name hat zwei wesentliche Gründe:
- Exklusivität und Preis: Mandeln waren im 17. Jahrhundert ein teures Importgut. Nur wohlhabendere Schichten, zu denen die Studenten (die oft aus bürgerlichen oder adligen Familien stammten) gehörten, konnten sich diesen Snack leisten.
- Medizinische Aspekte: In der damaligen Medizin (und der Tradition der Klostermedizin) galt die Mischung als kräftigend und konzentrationsfördernd. Zudem wurden die Mandeln damals geschätzt, um den Geruch von Alkohol (nach dem studentischen Zechen) zu mildern oder den Folgen des Alkoholkonsums („Katzenjammer“) entgegenzuwirken.
4. Weitere Bezeichnungen
In der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts wurde die Mischung oft auch als „Pfaffenfutter“ bezeichnet, was darauf hindeutet, dass auch Geistliche diesen energiereichen Snack schätzten. In Frankreich gibt es eine ähnliche Tradition namens „Mendiants“ (Bettelorden), bei der verschiedene Nüsse und Früchte die Farben der Ordenstrachten repräsentieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Begriff ist fest in der Barockzeit (spätes 17. Jahrhundert) verwurzelt und hat sich über die Jahrhunderte von einer exklusiven „Arznei“ für Gelehrte zu einem Massenprodukt entwickelt.