Müssen nach dem Einbau von Tieferlegungsfedern die Scheinwerfer des Fahrzeugs neu kalibriert werden?

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Ja, unbedingt. Nach dem Einbau von Tieferlegungsfedern ist eine Überprüfung und gegebenenfalls eine Neukalibrierung der Scheinwerfer zwingend erforderlich.

Hier sind die wichtigsten Gründe dafür:

1. Veränderung der Fahrzeughöhe und Neigung

Durch die Tieferlegung ändert sich die physikalische Höhe der Scheinwerfer über der Straße. Da das Fahrzeug meist nicht exakt gleichmäßig vorne und hinten absinkt (oder durch die Federn eine leichte Keilform entsteht), verändert sich der Winkel, in dem das Licht auf die Fahrbahn trifft.

  • Zu hoch: Sie blenden den Gegenverkehr massiv (Sicherheitsrisiko!).
  • Zu niedrig: Ihre Sichtweite bei Nacht verkürzt sich drastisch.

2. Automatische Leuchtweitenregulierung (Xenon/LED)

Moderne Fahrzeuge mit Xenon- oder LED-Scheinwerfern haben Sensoren an den Achsen, die den Beladungszustand messen.

  • Durch die Tieferlegung "denken" die Sensoren unter Umständen, das Fahrzeug sei dauerhaft schwer beladen.
  • Das System versucht dies auszugleichen und stellt die Scheinwerfer oft viel zu tief ein.
  • Wichtig: Hier reicht oft ein einfaches Drehen an den Einstellschrauben nicht aus. Das System muss per Diagnosegerät in die Grundeinstellung gebracht werden, damit die Steuerelektronik die neue Standhöhe als "Nullpunkt" lernt.

3. Manuelle Leuchtweitenregulierung (Halogen)

Auch bei älteren Fahrzeugen mit manueller Regulierung (Rädchen im Innenraum) muss die Grundeinstellung in einer Werkstatt mit einem Scheinwerfereinstellgerät (SEG) geprüft und korrigiert werden.

4. Rechtliche Aspekte (TÜV)

In der Regel ist für die Eintragung der Federn in die Fahrzeugpapiere (nach § 19.3 StVZO) ein Nachweis über eine korrekt durchgeführte Achsvermessung und die Einstellung der Scheinwerfer erforderlich. Der Prüfer wird das Lichtbild fast immer kontrollieren. Ohne korrekte Einstellung gibt es keine Abnahme.

Was sollten Sie tun?

Nachdem Sie die Federn eingebaut haben, sollten Sie eine Werkstatt aufsuchen, um folgende Dinge im Paket erledigen zu lassen:

  1. Achsvermessung und Spureinstellung (zwingend erforderlich, da sich die Fahrwerksgeometrie ändert).
  2. Scheinwerfereinstellung (Lichteinstellung).
  3. Kalibrierung von Assistenzsystemen (falls vorhanden, z.B. Abstandsregeltempomat/Radar oder Kamerasysteme, da diese durch die Neigung des Autos ebenfalls dejustiert sein können).

Fazit: Ein Lichttest nach der Tieferlegung gehört zur Standardprozedur und ist für die Verkehrssicherheit und die TÜV-Abnahme unumgänglich.