Können Schadstoffe aus dem Material des Schnullers die Gesundheit des Kindes gefährden?

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Ja, theoretisch können Schadstoffe aus Schnullermaterialien die Gesundheit eines Kindes gefährden. Da Babys den Schnuller stundenlang im Mund haben und die Mundschleimhaut sehr aufnahmefähig ist, ist dies ein wichtiges Thema.

Gleichzeitig gibt es jedoch eine gute Nachricht: In der EU und insbesondere in Deutschland gelten heute sehr strenge gesetzliche Grenzwerte und Sicherheitsnormen (z. B. die DIN EN 1400), die das Risiko minimieren.

Hier sind die wichtigsten Details zu den potenziellen Schadstoffen und worauf Sie achten sollten:

1. Welche Schadstoffe sind relevant?

  • Bisphenol A (BPA): Dies ist ein Weichmacher in Kunststoffen, der das Hormonsystem beeinflussen kann. In der EU ist BPA in Babyfläschchen bereits seit 2011 verboten, und fast alle namhaften Schnullerhersteller verzichten heute komplett darauf („BPA-frei“).
  • Phthalate (Weichmacher): Diese werden oft in PVC-Kunststoffen verwendet, um sie elastisch zu machen. Sie stehen im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Hochwertige Schnuller bestehen heute meist aus Silikon oder Naturkautschuk und enthalten kein PVC.
  • Nitrosamine und nitrosierbare Stoffe: Diese können bei der Herstellung von Naturkautschuk (Latex) entstehen. Sie gelten als krebserregend. Für Schnuller gibt es hier extrem strenge Grenzwerte, die regelmäßig kontrolliert werden.
  • PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe): Diese können in schwarzen Gummiteilen oder durch Verunreinigungen im Produktionsprozess vorkommen und sind teilweise krebserregend.

2. Die Materialwahl: Silikon vs. Latex

  • Silikon (klar/durchsichtig): Ein synthetisches Material. Es ist sehr temperaturbeständig, geschmacksneutral und altert kaum. Silikon ist praktisch frei von Schadstoffen wie Nitrosaminen, kann aber bei Bissspuren leichter einreißen.
  • Latex / Naturkautschuk (gelblich/braun): Ein Naturprodukt. Es ist sehr bissfest und elastisch. Da es ein Naturprodukt ist, kann es jedoch Allergien auslösen (Latexallergie) und geringe Mengen an Nitrosaminen enthalten. Tipp: Achten Sie darauf, dass der Hersteller explizit die Einhaltung der Grenzwerte für Nitrosamine bestätigt.

3. Wie Sie Ihr Kind schützen können (Checkliste)

  1. Auf Prüfsiegel achten: Kaufen Sie nur Schnuller, die der europäischen Norm EN 1400 entsprechen. Achten Sie auf Hinweise wie „BPA-frei“.
  2. Markenprodukte bevorzugen: Bekannte Hersteller (z. B. MAM, Avent, NUK) unterliegen strengen internen und externen Qualitätskontrollen. Vorsicht bei Billigimporten aus dem Nicht-EU-Ausland (z. B. über Billig-Plattformen im Internet), da diese oft nicht nach EU-Standards geprüft sind.
  3. Vor dem ersten Gebrauch auskochen: Legen Sie den neuen Schnuller für ca. 5 Minuten in kochendes Wasser. Das tötet nicht nur Keime ab, sondern löst auch eventuelle Produktionsrückstände aus dem Material.
  4. Regelmäßig austauschen: Ein Schnuller sollte aus hygienischen Gründen und wegen Materialermüdung alle 4 bis 8 Wochen ersetzt werden.
  5. Beschädigungen prüfen: Ziehen Sie vor jedem Gebrauch kräftig am Schnuller. Wenn das Material klebrig wird (bei Latex), Risse aufweist oder sich verfärbt, muss er sofort entsorgt werden. In Rissen können sich zudem Bakterien sammeln.
  6. Nicht ablecken: Eltern sollten den Schnuller nicht ablecken, um ihn zu „reinigen“, da dadurch Kariesbakterien von den Eltern auf das Kind übertragen werden können.

Fazit

Dank strenger Regulierungen ist das Risiko durch Schadstoffe bei in Europa gekauften Schnullern heutzutage sehr gering. Wenn Sie auf Markenqualität achten und den Schnuller regelmäßig ersetzen, überwiegen in der Regel die Vorteile (Beruhigung, Saugbedürfnis, Schutz vor plötzlichem Kindstod) die potenziellen Risiken durch das Material.

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