Wie erkennt man, ob eine Trennscheibe für das zu bearbeitende Material am Winkelschleifer geeignet ist?

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Um die richtige Trennscheibe für dein Material zu finden, musst du die Angaben auf der Vorderseite der Scheibe (dem Etikett oder der Prägung) lesen. Es gibt ein standardisiertes System aus Farbcodes, Piktogrammen und technischen Kürzeln.

Hier ist eine Checkliste, worauf du achten musst:

1. Der Farbcode (Die schnellste Orientierung)

Die meisten Hersteller nutzen ein Farbleitsystem auf dem Etikett der Scheibe:

  • Blau: Stahl und Eisenmetalle.
  • Schwarz: Gusseisen.
  • Rot: Edelstahl (Inox).
  • Grün: Stein, Beton, Fliesen, Baumaterialien.
  • Gelb: NE-Metalle (Aluminium, Kupfer, Messing).
  • Orange: Allrounder / Multi-Construction (für verschiedene Materialien wie Holz mit Nägeln, Kunststoff, Metall).

2. Schriftliche Bezeichnungen und Piktogramme

Zusätzlich zur Farbe steht das Material meist im Klartext oder als Symbol auf der Scheibe:

  • Steel / Stahl: Für normalen Baustahl.
  • Inox / Stainless: Speziell für rostfreien Stahl (diese Scheiben sind eisen-, schwefel- und chlorfrei, um Fremdrost zu vermeiden).
  • Stone / Concrete: Für mineralische Stoffe.
  • Alu: Speziell beschichtet, damit die Scheibe beim weichen Aluminium nicht „zuschmiert“.

3. Der Material-Code (Experten-Wissen)

Auf jeder Scheibe steht ein technischer Code (z. B. A 30 S BF). Dieser verrät die Zusammensetzung:

  • Erster Buchstabe (Schleifmittel):
    • A = Korund (für Stahl/Metall)
    • C = Siliciumkarbid (für Stein/Beton/Guss)
    • Z = Zirkonkorund (für Edelstahl/schweren Schliff)
  • Zahl (Körnung): Je kleiner die Zahl, desto gröber die Scheibe (z.B. 24 grob, 60 fein).
  • Zweiter Buchstabe (Härte): A (sehr weich) bis Z (sehr hart).
  • Letzte Buchstaben (Bindung): BF steht für kunstharzgebunden und faserstoffverstärkt (Standard bei Trennscheiben).

4. Technische Daten (Sicherheit!)

Bevor du die Scheibe einspannst, musst du prüfen, ob sie zu deinem Winkelschleifer passt:

  • Durchmesser: Muss zum Schutz deines Geräts passen (z.B. 115 mm, 125 mm, 230 mm).
  • Max. Drehzahl (RPM): Die auf der Scheibe angegebene Drehzahl muss höher sein als die Leerlaufdrehzahl deines Winkelschleifers. (Oft markiert durch einen farbigen Balken auf der Scheibe).
  • Ablaufdatum: Gebundene Trennscheiben haben ein Verfallsdatum (eingeprägt im Metallring in der Mitte, z.B. V 03/2026). Danach kann das Bindemittel spröde werden – Lebensgefahr durch Zerfetzen der Scheibe!

5. Besonderheit: Diamanttrennscheiben

Diese haben kein Verfallsdatum und sind meist für Stein, Fliesen oder Beton gedacht. Achte hier auf:

  • Segmentierter Rand: Schneller Schnitt, grobes Ergebnis (Beton, Ziegel).
  • Geschlossener Rand: Sauberer Schnitt (Fliesen, Keramik).
  • Drehrichtung: Auf Diamantscheiben ist meist ein Pfeil für die Laufrichtung aufgeprägt.

Wichtige Warnhinweise:

  1. Niemals eine Stahlscheibe für Stein verwenden (und umgekehrt). Die Scheibe kann platzen oder das Material beschädigen.
  2. Inox-Regel: Verwende niemals eine Scheibe für Edelstahl, mit der du vorher normalen Stahl geschnitten hast. Die Stahlpartikel drücken sich in den Edelstahl und er beginnt zu rosten.
  3. Trennscheiben sind nicht zum Schruppen da: Benutze niemals die Seitenfläche einer dünnen Trennscheibe zum Schleifen/Entgraten. Sie kann seitlich ausbrechen. Nutze dafür eine Schruppscheibe oder Fächerscheibe.

Tipp: Wenn du unsicher bist, schau auf die Website des Herstellers (z.B. Bosch, Pferd, Rhodius, Klingspor). Dort gibt es oft detaillierte Materialtabellen zu jeder Scheibennummer.

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