Können parfümierte Taschentücher allergische Reaktionen oder Atemwegsreizungen auslösen?

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Ja, parfümierte Taschentücher können sowohl allergische Reaktionen als auch Atemwegsreizungen auslösen. Obwohl sie oft als angenehm empfunden werden (z. B. mit Menthol-, Eukalyptus- oder Blumenduft), bergen die enthaltenen Duft- und Zusatzstoffe gewisse Risiken.

Hier sind die Details dazu:

1. Allergische Hautreaktionen (Kontaktallergie)

Die Haut an der Nase ist besonders dünn und empfindlich. Wenn man ein parfümiertes Tuch benutzt, kommen chemische Duftstoffe direkt mit der Haut in Kontakt.

  • Symptome: Rötungen, Brennen, Juckreiz, Schuppung oder sogar kleine Bläschen um die Nase und den Mund.
  • Ursache: Häufig sind Duftstoffe wie Limonene, Linalool oder Geraniol enthalten, die bekannte Allergene sind. Auch Konservierungsstoffe können Reaktionen auslösen.

2. Reizungen der Atemwege

Die Duftstoffe in den Tüchern sind flüchtig. Beim Schnäuzen oder bloßen Vorhalten des Tuchs werden diese Partikel eingeatmet.

  • Symptome: Niesreiz (der paradoxerweise durch das Taschentuch erst ausgelöst wird), Husten, ein Engegefühl in der Brust oder eine laufende Nase (vasomotorische Rhinitis).
  • Besondere Risikogruppen:
    • Asthmatiker: Starke Düfte können Bronchospasmen (Verengung der Atemwege) auslösen.
    • Menschen mit Heuschnupfen: Die bereits gereizten Schleimhäute reagieren oft überempfindlich auf zusätzliche chemische Reize.
    • MCS-Patienten: Menschen mit einer multiplen Chemikalien-Sensitivität (Multiple Chemical Sensitivity) reagieren extrem stark auf kleinste Mengen künstlicher Duftstoffe.

3. Menthol und Eukalyptus: Ein Sonderfall

Viele "Balsam-Taschentücher" enthalten Menthol oder Eukalyptus, um die Atmung scheinbar zu erleichtern.

  • Der Effekt: Diese Stoffe erzeugen ein Kältegefühl, das dem Gehirn suggeriert, die Nase sei frei. In Wirklichkeit können sie die Schleimhäute jedoch zusätzlich austrocknen oder reizen, was die Infektanfälligkeit sogar erhöhen kann.
  • Kleinkinder: Bei Säuglingen und Kleinkindern ist besondere Vorsicht geboten, da starke ätherische Öle wie Menthol im schlimmsten Fall Atemnot (Stimmritzenkrampf) auslösen können.

4. Inhaltsstoffe, auf die man achten sollte

Falls Sie empfindlich reagieren, prüfen Sie die Packung auf folgende Begriffe:

  • Fragrance / Parfum: Ein Sammelbegriff für hunderte chemische Verbindungen.
  • Spezifische Allergene: Wie Cinnamal, Citral oder Benzyl Alcohol.

Empfehlungen

  1. Parfümfreie Produkte: Greifen Sie zu normalen, ungebleichten oder chlorfrei gebleichten Papiertaschentüchern ohne Duftzusätze.
  2. Sensitiv-Varianten: Es gibt Tücher, die speziell als „hypoallergen“ oder für sensible Haut gekennzeichnet sind (oft mit Aloe Vera oder Calendula, aber auch hier ist Vorsicht bei Allergien gegen diese Pflanzen geboten).
  3. Stofftaschentücher: Für Menschen mit extrem empfindlicher Haut können weiche, gewaschene Baumwolltücher eine Alternative sein (müssen aber heiß gewaschen werden, um Keime abzutöten).

Fazit: Wenn Sie bemerken, dass Ihre Nase nach der Benutzung von duftenden Tüchern brennt, rötet oder Sie vermehrt niesen müssen, sollten Sie sofort auf parfümfreie Alternativen umsteigen.

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