Können Papiertaschentücher bei häufiger Nutzung die Haut an der Nase reizen?
Ja, Papiertaschentücher können die Haut an der Nase bei häufiger Nutzung definitiv reizen. Das Phänomen der „wunden Nase“ kennt fast jeder, der schon einmal einen starken Schnupfen hatte.
Hier sind die Hauptgründe, warum das passiert:
1. Mechanische Reibung
Auch wenn sich Papiertaschentücher weich anfühlen, haben sie eine mikroskopisch raue Oberflächenstruktur. Wenn man sich mehrmals pro Stunde die Nase putzt, wirkt das Papier wie ein sehr feines Schleifpapier. Es trägt die oberste Schicht der Hornhaut und den natürlichen Fettfilm (die Hautbarriere) ab.
2. Inhaltsstoffe und Duftstoffe
Viele Taschentücher enthalten Zusatzstoffe:
- Duftstoffe: Menthol-, Eukalyptus- oder Parfümzusätze sollen die Nase „frei machen“, können aber auf bereits gereizter Haut brennen oder sogar Kontaktallergien auslösen.
- Bleichmittel: In manchen günstigeren Papieren können Rückstände von Verarbeitungschemikalien die Haut zusätzlich irritieren.
3. Feuchtigkeit und Sekret
Beim Naseputzen kommt die Haut ständig mit Nasensekret in Kontakt. Dieses Sekret enthält Enzyme und Salze, die die Haut aufweichen und angreifen können, wenn sie dort verbleiben. Die Kombination aus Feuchtigkeit und ständigem Reiben führt dazu, dass die Haut rissig und rot wird.
Was kann man dagegen tun?
Wenn du bereits eine gereizte Nase hast oder einem Schnupfen vorbeugen willst, helfen diese Tipps:
- Tupfen statt Reiben: Versuche, die Nase nur vorsichtig abzutupfen, anstatt fest zu wischen. Das minimiert die mechanische Belastung.
- Taschentücher mit Balsam: Es gibt spezielle Taschentücher, die mit Aloe Vera, Calendula oder pflegendem Balsam beschichtet sind. Diese verringern die Reibung und geben gleichzeitig etwas Fett an die Haut ab.
- Schutzbarriere aufbauen: Trage vor und während des Schnupfens eine fetthaltige Creme (z. B. eine Wund- und Heilsalbe mit Panthenol oder einfache Vaseline) dünn auf die Nasenflügel und den Bereich unter der Nase auf. Das wirkt wie ein Schutzschild gegen das Papier und das Sekret.
- Stofftaschentücher: Manche Menschen empfinden hochwertige, glatte Stofftaschentücher aus Baumwolle als weniger reizend als Papier (allerdings müssen diese aus hygienischen Gründen sehr heiß gewaschen werden).
- Nasendusche: Eine Nasendusche mit Kochsalzlösung kann helfen, den Schleim zu lösen, sodass man sich seltener die Nase putzen muss.
Fazit: Die Reizung ist meist eine Kombination aus mechanischem Abrieb und dem Verlust des natürlichen Hautschutzes. Mit rückfettenden Salben lässt sich das Problem aber meist schnell in den Griff bekommen.