Können die in Pfefferminzpastillen enthaltenen Süßstoffe eine abführende Wirkung haben?

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Ja, das ist absolut möglich und sogar ein bekannter Effekt.

Dabei muss man jedoch zwischen zwei Arten von Stoffen unterscheiden, die in zuckerfreien Pastillen (wie Pfefferminzdragees oder Kaugummis) verwendet werden:

1. Die Hauptursache: Zuckeraustauschstoffe (Zuckeralkohle)

In den meisten zuckerfreien Pfefferminzpastillen werden keine klassischen Süßstoffe in großen Mengen verwendet, sondern sogenannte Zuckeraustauschstoffe (Polyole). Diese verleihen der Pastille Masse und Volumen.

Die häufigsten Vertreter sind:

  • Sorbit (Sorbitol)
  • Xylit (Birkenzucker)
  • Isomalt
  • Maltit
  • Erythrit

Warum wirken sie abführend? Diese Stoffe werden im Dünndarm nur langsam oder gar nicht aufgenommen. Dadurch gelangen sie in den Dickdarm. Dort entfalten sie zwei Wirkungen:

  1. Osmotischer Effekt: Sie ziehen Wasser aus dem Körpergewebe in den Darm, was den Stuhl verflüssigt.
  2. Fermentation: Die Darmbakterien bauen diese Stoffe ab, wobei Gase entstehen (was zu Blähungen führen kann).

2. Klassische Süßstoffe

Stoffe wie Aspartam, Acesulfam K, Saccharin oder Stevia werden nur in winzigen Mengen zugesetzt, da ihre Süßkraft extrem hoch ist. Diese Stoffe haben in der Regel keine abführende Wirkung, da die verzehrte Menge viel zu gering ist.

Ab welcher Menge wird es kritisch?

Das ist individuell sehr verschieden. Bei manchen Menschen führen bereits 5 bis 10 Gramm Sorbit zu Problemen, andere vertragen deutlich mehr. Da eine einzelne Pfefferminzpastille oft fast nur aus diesen Austauschstoffen besteht, kann der Verzehr einer halben oder ganzen Packung schnell die kritische Grenze überschreiten.

Rechtlicher Hinweis auf der Verpackung

In der EU ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass Produkte, die mehr als 10 % zuckerähnliche Stoffe (Polyole) enthalten, den Warnhinweis tragen müssen:

„Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.“

Zusammenfassung

Wenn Sie nach dem Verzehr von Pfefferminzpastillen Blähungen, Bauchgrummeln oder Durchfall bemerken, liegt das höchstwahrscheinlich an den enthaltenen Zuckeralkoholen (Sorbit, Xylit etc.).

Tipp: Wenn Sie empfindlich reagieren, achten Sie auf Produkte, die mit Erythrit gesüßt sind. Dieses wird zu ca. 90 % bereits im Dünndarm aufgenommen und über den Urin ausgeschieden, weshalb es deutlich seltener zu Verdauungsbeschwerden führt als Sorbit oder Maltit.

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