Können chemische Weichmacher aus der Frischhaltefolie in gelagerte Nahrungsmittel übergehen?

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Ja, das ist möglich. Dieser Vorgang wird in der Fachsprache als Migration bezeichnet. Ob und wie viele Weichmacher in Lebensmittel übergehen, hängt jedoch stark von der Art der Folie, dem Lebensmittel und den Lagerbedingungen ab.

Hier sind die wichtigsten Fakten dazu:

1. Das Material der Folie ist entscheidend

Es gibt zwei Hauptarten von Frischhaltefolien im Handel:

  • PE-Folien (Polyethylen): Die meisten Frischhaltefolien für den Privathaushalt bestehen heute aus Polyethylen. PE ist von Natur aus flexibel und benötigt daher in der Regel keine Weichmacher. Diese Folien gelten als gesundheitlich unbedenklich.
  • PVC-Folien (Polyvinylchlorid): PVC ist von Natur aus hart und spröde. Um daraus eine dehnbare Folie zu machen, werden Weichmacher (wie Phthalate oder Adipate) zugesetzt. PVC-Folien werden oft im professionellen Bereich (z. B. in der Gastronomie oder im Supermarkt für Fleisch und Käse) verwendet, da sie besser haften und atmungsaktiv sind.

2. Faktoren, die den Übergang begünstigen

Wenn Weichmacher enthalten sind, können sie unter bestimmten Bedingungen besonders leicht in das Lebensmittel wandern:

  • Fettgehalt: Viele Weichmacher sind fettlöslich (lipophil). Daher gehen sie besonders leicht in fettreiche Lebensmittel wie Käse, Wurst, Fleisch oder fetthaltige Saucen über.
  • Temperatur: Hitze beschleunigt die Migration. Wenn Lebensmittel in Folie eingewickelt in der Mikrowelle erhitzt werden oder die Folie direkt auf heißem Essen liegt, können deutlich mehr Stoffe übertragen werden.
  • Kontaktzeit: Je länger das Lebensmittel mit der Folie in direktem Kontakt steht, desto mehr Stoffe können theoretisch übergehen.

3. Gesundheitliche Aspekte

Bestimmte Weichmacher (insbesondere einige Phthalate) stehen im Verdacht, wie Hormone zu wirken und die Fortpflanzungsfähigkeit oder das Immunsystem zu beeinflussen. Die EU hat für viele dieser Stoffe strenge Grenzwerte festgelegt oder deren Einsatz in Lebensmittelverpackungen stark eingeschränkt. Moderne PVC-Folien verwenden oft "sicherere" Weichmacher wie DEHA, aber auch hier wird empfohlen, den Kontakt mit Fett zu minimieren.

Tipps zur Minimierung des Risikos:

  1. Verpackung prüfen: Achten Sie beim Kauf auf den Hinweis "PE" oder "PVC-frei".
  2. Fettige Speisen meiden: Wickeln Sie sehr fettige Lebensmittel (wie Speck oder fetten Käse) lieber in Pergamentpapier, Wachspapier oder legen Sie sie in Glasbehälter.
  3. Nicht in der Mikrowelle: Erhitzen Sie Lebensmittel nicht in direktem Kontakt mit Frischhaltefolie. Wenn Sie eine Schüssel abdecken, sollte die Folie das Essen nicht berühren.
  4. Alternativen nutzen: Bienenwachstücher, Glasdosen mit Deckel oder Silikonhauben sind nachhaltige und chemisch unbedenkliche Alternativen.

Fazit: Bei herkömmlicher PE-Folie aus dem Supermarkt ist das Risiko sehr gering. Bei PVC-Folien (oft erkennbar an einem gelblichen Schimmer und extrem guter Haftung) sollten Sie vorsichtig sein, besonders bei fettigen und warmen Speisen.

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