Kann man E-Zigaretten-Liquids selbst mischen?
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Ja, man kann E-Zigaretten-Liquids sehr gut selbst mischen. Das ist unter Dampfern sogar sehr verbreitet, da es auf Dauer deutlich günstiger ist als fertige 10-ml-Fläschchen zu kaufen und man die volle Kontrolle über Geschmack und Zusammensetzung hat.
Hier ist ein Überblick, wie es funktioniert und was du dazu brauchst:
1. Die benötigten Komponenten
Um ein Liquid selbst zu mischen, benötigst du im Wesentlichen vier Bestandteile:
- Basisflüssigkeit (Base): Besteht meist aus einer Mischung von VG (Vegetable Glycerin für viel Dampf) und PG (Propylenglykol für Geschmack und "Flash"). Ein gängiges Verhältnis ist 50/50 oder 70/30 (VG/PG).
- Aroma: Konzentrierte Geschmackshonstoffe. Wichtig: Verwende nur spezielle Aromen für E-Zigaretten, niemals Backaromen auf Ölbasis (Gefahr von Lipidpneumonie!).
- Nikotin-Shots (optional): Da reines Nikotin in großen Mengen in der EU nicht frei verkäuflich ist, nutzt man 10-ml-Fläschchen mit einer Nikotinkonzentration von meist 18 oder 20 mg/ml.
- Zubehör: Leere Flaschen zum Mischen, Spritzen oder eine Feinwaage zum Abmessen.
2. Die Vorteile des Selbstmischens
- Kostenersparnis: Trotz der seit 2022 geltenden Liquidsteuer in Deutschland ist Selbstmischen (besonders wenn man größere Mengen Base und Shots kauft) oft günstiger als Fertigliquids.
- Individueller Geschmack: Du kannst die Intensität des Aromas selbst bestimmen oder verschiedene Aromen kombinieren.
- Nikotinstärke: Du kannst die Nikotinstärke exakt auf deine Bedürfnisse anpassen (z. B. 1,5 mg/ml, was es fertig kaum zu kaufen gibt).
3. Der Mischvorgang (Schritt-für-Schritt)
- Rechnen: Zuerst berechnest du, wie viel Aroma und Nikotin du für deine Zielmenge brauchst. (Es gibt dafür viele "Liquid-Rechner" als App oder Website).
- Aroma einfüllen: Zuerst das Aroma in die leere Flasche geben (meist 2 % bis 10 %, je nach Herstellerangabe).
- Nikotin hinzufügen: Dann die entsprechende Menge Nikotin-Shots dazugeben.
- Mit Base auffüllen: Den Rest der Flasche mit der nikotinfreien Base auffüllen.
- Schütteln: Die Flasche kräftig schütteln, damit sich alles vermischt.
- Reifen lassen: Viele Liquids schmecken direkt nach dem Mischen noch nach nichts oder chemisch. Sie benötigen eine Reifezeit (meist 3 bis 14 Tage), damit sich das Aroma voll entfalten kann.
4. Wichtige Sicherheitshinweise und Tipps
- Sauberkeit: Arbeite hygienisch auf einer sauberen Unterlage.
- Vorsicht mit Nikotin: Nikotin ist ein Nervengift und wird auch über die Haut aufgenommen. Solltest du Nikotin an die Hände bekommen, wasch es sofort ab.
- Öl-Verbot: Niemals Aromen verwenden, die Öle enthalten! Diese können tödliche Lungenkrankheiten verursachen. Nur Aromen nutzen, die explizit für E-Zigaretten deklariert sind.
- Kennzeichnung: Beschrifte deine Flaschen (Geschmack, Nikotinstärke, Mischdatum).
- Steuerrecht: Beachte, dass in Deutschland seit 2022 auf alle Bestandteile (Base, Nikotin, Aroma) eine Tabaksteuer erhoben wird, wenn sie zum Dampfen bestimmt sind.
Fazit: Selbstmischen ist kein Hexenwerk. Wenn man einmal das Prinzip verstanden hat und ein paar Sicherheitsregeln befolgt, ist es die beste Methode, um das Dampfen individuell und kosteneffizient zu gestalten.