Kann man Blattsalat auch garen oder warm servieren?

Bearbeiten
Löschen

Ja, absolut! Auch wenn wir Blattsalat meistens roh und kalt als Beilage oder Vorspeise kennen, kann man viele Sorten hervorragend garen, dünsten, grillen oder mit warmen Dressings servieren. In vielen Küchen (z. B. der französischen, chinesischen oder italienischen) ist das sogar sehr üblich.

Hier sind die besten Möglichkeiten, Blattsalat warm zuzubereiten:

1. Welche Salatsorten eignen sich?

Nicht jeder Salat reagiert gleich auf Hitze. Man unterscheidet zwischen robusten und empfindlichen Sorten:

  • Sehr gut geeignet (feste Struktur):
    • Römersalat (Cos): Der Klassiker zum Grillen oder Braten. Er bleibt knackig.
    • Radicchio & Chicorée: Diese bitteren Salate entfalten beim Braten oder Grillen ein tolles Aroma (die Bitterstoffe werden milder).
    • Eisbergsalat: Erraschenderweise behält er beim kurzen Pfannenrühren (Stir-fry) seine Struktur.
    • Endivie: Klassisch in der deutschen Küche, oft unter warmes Kartoffeluntereinander gemischt.
  • Bedingt geeignet (fallen schnell zusammen):
    • Kopfsalat: Er wird sehr weich, eignet sich aber hervorragend für Cremesuppen oder nach französischer Art (gedünstet).
    • Feldsalat: Sollte nur ganz kurz mit einem warmen Dressing in Berührung kommen, da er sonst sofort matschig wird.

2. Garmethoden

Grillen oder Braten

Besonders Römersalatherzen oder Chicorée sind dafür perfekt.

  • So geht’s: Den Salat halbieren, die Schnittfläche mit Öl bestreichen und bei hoher Hitze kurz grillen oder in der Pfanne anbraten, bis er Röststellen bekommt. Innen sollte er noch knackig sein. Danach mit Parmesan, Zitronensaft oder Balsamico beträufeln.

Dünsten (Schmorsalat)

Eine klassische französische Beilage ist „Petits Pois à la Française“.

  • So geht’s: Kopfsalat oder Römersalat grob schneiden und zusammen mit Erbsen, Zwiebeln, etwas Brühe und Butter kurz dünsten. Der Salat wird butterweich und nimmt den Geschmack der Sauce auf.

Pfannenrühren (Asiatisch)

In China wird Salat (oft Eisberg oder Romanasalat) selten roh gegessen.

  • So geht’s: Den Salat grob zerzupfen und für nur 30–60 Sekunden bei sehr hoher Hitze mit Ingwer, Knoblauch und etwas Sojasauce im Wok schwenken. Er bleibt so grün und knackig.

Suppen

Wenn man zu viel Salat im Garten hat oder der Salat nicht mehr ganz taufrisch ist, ist eine Salatsuppe ideal.

  • So geht’s: Wie eine Kartoffelsuppe ansetzen und den Salat erst ganz am Ende dazugeben und pürieren, damit die grüne Farbe erhalten bleibt.

3. Warm servieren (Warmes Dressing)

Man muss den Salat nicht kochen, um ihn warm zu genießen. Ein warmes Dressing verändert die Textur leicht („Welken“) und macht den Salat herzhafter.

  • Der Klassiker: Speckwürfel auslassen, mit Essig ablöschen und die heiße Mischung direkt über Endivien- oder Feldsalat gießen.
  • Kartoffeldressing: Warmer, zerdrückter Kartoffelstampf mit Essig und Öl als Dressing macht aus einem Blattsalat eine sättigende Mahlzeit.

Tipps für die Zubereitung:

  • Kurze Garzeit: Salat besteht fast nur aus Wasser. Wenn man ihn zu lange gart, wird er grau und matschig. Meist reichen 1–2 Minuten.
  • Würzung: Warmer Salat verträgt kräftige Aromen wie Speck, Knoblauch, Zitrone oder Hartkäse (Parmesan/Pecorino).
  • Schnitt: Robuste Salate in Hälften oder Viertel schneiden; zartere Salate erst ganz zum Schluss unterheben.

Fazit: Probieren Sie es mal aus! Ein gegrillter Römersalat ist eine tolle Alternative zum klassischen grünen Salat und passt hervorragend zu Fleisch oder Fisch.