Kann die Vermischung von verschiedenen Montagepasten die Schmiereigenschaften negativ beeinflussen?
Ja, die Vermischung von verschiedenen Montagepasten kann die Schmiereigenschaften und die Schutzfunktion erheblich negativ beeinflussen.
In der Schmierstofftechnik spricht man hierbei von Inkompatibilität. Wenn zwei Pasten vermischt werden, die chemisch nicht zusammenpassen, können sich deren physikalische und chemische Eigenschaften so verändern, dass sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen.
Hier sind die Hauptgründe, warum das Mischen problematisch ist:
1. Unverträglichkeit der Grundöle
Montagepasten bestehen aus einem Grundöl (z. B. Mineralöl, Syntheseöl, Silikonöl) und Festschmierstoffen.
- Wenn ein Mineralöl mit einem Silikonöl oder bestimmten Polyglykolen gemischt wird, können sie sich gegenseitig abstoßen oder trennen (wie Wasser und Öl).
- Die Folge: Der Schmierfilm reißt ab, und es kommt zu erhöhter Reibung oder Festfressen.
2. Unverträglichkeit der Verdicker (Seifen)
Pasten und Fette enthalten Verdicker (z. B. Lithiumseifen, Calcium, Aluminiumkomplex oder Bentonit), die dem Produkt seine Konsistenz geben.
- Bestimmte Verdicker reagieren chemisch miteinander. Eine Mischung aus einer Lithium- und einer Aluminium-basierten Paste kann dazu führen, dass die Mischung extrem weich und flüssig wird (sie läuft aus der Schmierstelle aus) oder extrem hart wird (sie verliert ihre Schmierfähigkeit).
3. Störung der Festschmierstoffe
Montagepasten enthalten oft hohe Anteile an Festschmierstoffen wie Kupfer, Graphit, MoS2 (Molybdändisulfid) oder Keramikpartikeln.
- Diese Partikel sind auf einen bestimmten Einsatzzweck abgestimmt. Durch das Mischen kann sich die Konzentration und die Verteilung dieser Stoffe so verändern, dass der gewünschte Trenneffekt (z. B. Schutz vor Kaltverschweißung bei hohen Temperaturen) nicht mehr gewährleistet ist.
- Zudem können sich chemische Additive (z. B. Korrosionsschützer) gegenseitig neutralisieren.
4. Veränderung des Reibwertes
Dies ist besonders bei Schraubverbindungen kritisch. Montagepasten haben einen definierten Reibungskoeffizienten. Wenn man Pasten mischt, ist der resultierende Reibwert unbekannt.
- Das kann dazu führen, dass beim Anziehen mit einem Drehmomentschlüssel die Schraube entweder zu locker bleibt oder überdehnt wird und reißt.
Mögliche Folgen einer Vermischung:
- Verlust der Korrosionsschutzwirkung: Bauteile können festrosten.
- Aushärtung: Die Paste wird spröde und bietet keinen Schutz mehr gegen eindringende Feuchtigkeit.
- Ölabscheidung: Das Öl tritt aus der Paste aus, zurück bleibt eine nutzlose, trockene Masse.
- Festfressen (Galling): Besonders bei Edelstahlverbindungen kann eine falsche Mischung zum sofortigen Festfressen führen.
Empfehlung:
Wenn Sie die Sorte der Montagepaste wechseln oder nicht wissen, welche Paste zuvor verwendet wurde, sollten Sie:
- Die alten Reste gründlich mit einem Reiniger (z. B. Bremsenreiniger oder speziellen Lösungsmitteln) entfernen.
- Die Oberflächen trocknen lassen.
- Die neue Montagepaste rein und sortenrein auftragen.
Fazit: Mischen Sie Montagepasten nur, wenn der Hersteller explizit die Kompatibilität bestätigt hat. Im Zweifel gilt immer: Reinigen und neu auftragen.