Kann die Anwendung von Naturjoghurt bei Scheidenpilz-Infektionen die Entzündung verschlimmern?

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Ja, die Anwendung von Naturjoghurt bei einer Scheidenpilz-Infektion kann die Entzündung verschlimmern.

Obwohl es ein weit verbreitetes Hausmittel ist, raten Frauenärzte heute dringend davon ab. Hier sind die Gründe, warum Naturjoghurt eher schaden als nützen kann:

1. Zucker (Laktose) füttert den Pilz

Auch wenn der Joghurt keinen zugesetzten Industriezucker enthält, ist von Natur aus Laktose (Milchzucker) enthalten. Hefepilze (Candida) ernähren sich von Zucker. Indem man Joghurt in die Scheide einführt, liefert man den Pilzen unter Umständen zusätzliche Nahrung, was deren Vermehrung fördern kann.

2. Falsche Bakterienstämme

Die im Joghurt enthaltenen Milchsäurebakterien (z. B. Lactobacillus bulgaricus) sind auf die Fermentation von Milch spezialisiert. Sie sind nicht identisch mit den Döderlein-Bakterien, die natürlicherweise in einer gesunden Scheidenflora vorkommen. Sie können sich dort meist nicht ansiedeln und verdrängen im schlimmsten Fall die noch vorhandenen „guten“ Bakterien.

3. Verunreinigungen und Konservierungsstoffe

Naturjoghurt ist kein steriles Medizinprodukt. Er kann andere Bakterien oder chemische Rückstände enthalten, die die ohnehin schon gereizte und entzündete Schleimhaut zusätzlich irritieren. Dies kann zu allergischen Reaktionen oder einer zusätzlichen bakteriellen Infektion (Vaginose) führen.

4. Reizung durch Säure

Obwohl ein saures Milieu in der Scheide wichtig ist, kann die spezifische Beschaffenheit des Joghurts die entzündete Schleimhaut mechanisch oder chemisch reizen, was das Brennen und den Juckreiz verstärkt.


Was sind bessere Alternativen?

Wenn Sie die Heilung unterstützen oder die Flora wieder aufbauen wollen, greifen Sie statt zu Hausmitteln lieber zu Produkten aus der Apotheke:

  • Antimykotika: Cremes oder Vaginalzäpfchen mit Wirkstoffen wie Clotrimazol bekämpfen den Pilz gezielt.
  • Medizinische Milchsäure-Präparate: Es gibt spezielle Vaginalzäpfchen oder Gele mit Milchsäure, die den pH-Wert sicher regulieren.
  • Vaginal-Probiotika: Diese enthalten genau die Bakterienstämme, die natürlicherweise in die Scheide gehören, in hochkonzentrierter und reiner Form.

Wann zum Arzt? Wenn die Beschwerden zum ersten Mal auftreten, sehr stark sind, Fieber hinzukommt oder nach 2-3 Tagen Selbstbehandlung keine Besserung eintritt, sollten Sie eine frauenärztliche Praxis aufsuchen.

Hinweis: Diese Information dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.

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