Kann der übermäßige Verzehr von Karotten tatsächlich dazu führen, dass sich die menschliche Haut orange verfärbt?

Bearbeiten
Löschen

Ja, das ist tatsächlich wahr. Dieses Phänomen ist in der Medizin als Karotinämie (oder auch Aurantiasis cutis) bekannt.

Hier sind die Details dazu, wie das passiert und was man darüber wissen sollte:

1. Wie kommt es zur Verfärbung?

Karotten sind extrem reich an Beta-Carotin, einem rötlich-gelben Farbstoff, der eine Vorstufe von Vitamin A ist. Wenn man über einen längeren Zeitraum sehr große Mengen an Beta-Carotin zu sich nimmt, kann der Körper es nicht schnell genug in Vitamin A umwandeln oder ausscheiden.

Der Überschuss reichert sich im Blut an und wird schließlich in den obersten Hautschichten (besonders in der Hornschicht) und im Unterhautfettgewebe eingelagert.

2. Wo sieht man es am deutlichsten?

Die orangefarbene Tönung tritt nicht überall gleichzeitig auf. Am stärksten bemerkbar macht sie sich an Stellen, an denen man viel schwitzt oder wo die Hornschicht der Haut dick ist:

  • In den Handinnenflächen
  • An den Fußsohlen
  • In den Nasolabialfalten (die Linien neben der Nase)

3. Ist das gefährlich?

Nein. Eine Karotinämie ist in der Regel völlig harmlos. Es handelt sich lediglich um ein kosmetisches Problem. Sobald man den Verzehr von Karotten (oder anderen carotinreichen Lebensmitteln wie Kürbis, Süßkartoffeln oder Orangen) reduziert, verblasst die Farbe nach einigen Wochen von selbst wieder.

4. Wichtig: Unterscheidung von Gelbsucht

Es gibt einen wichtigen Unterschied zur gefährlichen Gelbsucht (Ikterus), die durch Leberprobleme verursacht wird:

  • Bei der Karotinämie bleibt das Weiße im Auge (die Sklera) weiß.
  • Bei einer Gelbsucht verfärbt sich auch das Weiße im Auge gelb.

Wie viel muss man essen?

Man muss schon ordentlich zuschlagen, um orange zu werden. Oft betrifft es Kleinkinder, die viel pürierte Karotten als Beikost bekommen, oder Menschen, die täglich große Mengen (ca. 0,5 bis 1 Liter) Karottensaft trinken. Bei einer normalen, ausgewogenen Ernährung tritt dieser Effekt normalerweise nicht auf.

Zusammenfassend: Man kann sich tatsächlich "orange essen", aber man muss es nicht befürchten, wenn man nur ab und zu eine Karotte knabbert.