Ist jede Holzlasur gleichermaßen für den Innen- und Außenbereich geeignet?

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Die kurze Antwort lautet: Nein. Es gibt deutliche Unterschiede zwischen Holzlasuren für den Innenbereich und solchen für den Außenbereich. Sie sind aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung und ihrer Schutzeigenschaften auf völlig unterschiedliche Belastungen ausgelegt.

Hier sind die wichtigsten Unterschiede und Gründe, warum man sie nicht vertauschen sollte:

1. Lasuren für den Außenbereich (Außenlasur)

Lasuren für draußen müssen das Holz vor extremen Witterungseinflüssen schützen.

  • UV-Schutz: Sie enthalten Pigmente und UV-Filter, die verhindern, dass das Lignin im Holz durch Sonnenlicht zerstört wird (was zum Ergrauen führt).
  • Biozide (Wirkstoffe): Viele Außenlasuren enthalten chemische Wirkstoffe gegen Pilzbefall, Schimmel und Bläue.
  • Wasserschutz: Sie sind stark wasserabweisend, aber oft diffusionsoffen, damit Feuchtigkeit aus dem Holz entweichen kann.
  • Gefahr im Innenraum: Wegen der enthaltenen Biozide und Lösungsmittel dürfen viele Außenlasuren auf keinen Fall innen verwendet werden, da sie über lange Zeit gesundheitsschädliche Dämpfe an die Raumluft abgeben können.

2. Lasuren für den Innenbereich (Innenlasur)

Im Innenbereich stehen Wohngesundheit und mechanische Belastbarkeit im Vordergrund.

  • Schadstofffreiheit: Innenlasuren sind in der Regel wasserbasiert und emissionsarm. Achten Sie auf Siegel wie den „Blauen Engel“ oder die Norm DIN EN 71-3 (Sicherheit für Spielzeug).
  • Geruch: Sie sind fast geruchlos.
  • Fehlender Schutz: Einer Innenlasur fehlen meist die UV-Filter und die Biozide. Verwendet man sie außen, würde das Holz innerhalb kurzer Zeit vergrauen, aufquellen oder schimmeln.

3. Die Ausnahme: Universal-Lasuren

Es gibt Produkte, die als „Wohnraumlasur“ oder „Universal-Lasur“ deklariert sind.

  • Diese verzichten auf Biozide (sind also innen sicher), bieten aber einen gewissen Basisschutz für draußen.
  • Aber: Für Bauteile, die voll der Witterung ausgesetzt sind (z. B. ein Zaun oder ein Gartenhaus), sind diese Kombi-Produkte oft nicht so haltbar wie spezialisierte Außenlasuren.

Zusammenfassung: Worauf sollte man achten?

Merkmal Außenlasur Innenlasur
UV-Schutz Sehr hoch Gering bis gar nicht
Biozide Häufig enthalten (Schutz vor Pilzen) Tabu (Gesundheitsrisiko)
Lösemittel Oft lösemittelhaltig (starker Geruch) Meist wasserbasiert (geruchsarm)
Witterung Hält Regen/Frost stand Nicht wetterfest

Wichtige Faustregel:

  1. Außenlasur nie nach innen: Gesundheitsgefahr durch Ausdünstungen von Bioziden.
  2. Innenlasur nicht nach außen: Das Holz wird schnell durch Sonne und Regen zerstört.
  3. Etikett prüfen: Achten Sie immer auf den Hinweis „Für innen und außen geeignet“ oder spezifische Sicherheitssiegel. Im Zweifel ist eine Trennung der Produkte immer die bessere Wahl für Langlebigkeit und Wohngesundheit.