Ist festes Duschgel (Shower Bar) tatsächlich ergiebiger und umweltfreundlicher als die flüssige Variante aus der Plastikflasche?

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Die kurze Antwort lautet: Ja, in den meisten Fällen ist festes Duschgel (Shower Bar) tatsächlich sowohl ergiebiger als auch umweltfreundlicher.

Hier ist die detaillierte Analyse, warum das so ist und worauf man achten sollte:

1. Die Ergiebigkeit: Konzentrat vs. Wasser

Flüssiges Duschgel besteht zu 80 bis 90 % aus Wasser. Du kaufst also primär Wasser in einer Plastikverpackung.

  • Konzentration: Ein festes Duschgel ist im Grunde das Konzentrat der waschaktiven Substanzen.
  • Faustregel: Ein festes Stück Duschgel (je nach Größe ca. 60–100g) ersetzt etwa zwei bis drei Plastikflaschen (à 250 ml) der flüssigen Variante.
  • Dosierung: Bei flüssigem Gel rutscht oft eine zu große Menge aus der Flasche direkt in den Abfluss. Festes Duschgel wird direkt auf der Haut oder einem Schwamm verrieben, wodurch man nur so viel verbraucht, wie man wirklich braucht.

Wichtig für die Ergiebigkeit: Das feste Duschgel muss nach der Benutzung gut trocknen können (z. B. in einer Seifenschale mit Löchern oder an einem Magneten). Liegt es im Wasser, weicht es auf und verbraucht sich sehr schnell.

2. Die Umweltbilanz

Festes Duschgel punktet in fast allen ökologischen Bereichen:

  • Plastikmüll: Das offensichtlichste Argument. Festes Duschgel ist meist in recycelbarem Karton oder gar nicht verpackt. Das spart Millionen von Plastikflaschen ein.
  • CO2-Fußabdruck beim Transport: Da das schwere Wasser fehlt, sind die Stücke viel leichter und kompakter. Ein Lkw kann deutlich mehr "Wascheinheiten" in Form von festen Bars transportieren als in Form von klobigen Plastikflaschen. Das reduziert den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen.
  • Inhaltsstoffe:
    • Konservierungsstoffe: Da festes Duschgel kein Wasser enthält, ist es weniger anfällig für Bakterien. Hersteller können daher oft auf aggressive Konservierungsstoffe (wie Parabene), die die Umwelt belasten könnten, verzichten.
    • Mikroplastik: In festen Duschgelen (vor allem zertifizierter Naturkosmetik) finden sich seltener flüssige Kunststoffe oder polymere Bindemittel, die in flüssigen Gelen oft als Texturgeber dienen.

3. Achtung: Duschbrocken vs. Seife

Man muss zwischen echter Seife und festem Duschgel (Syndet) unterscheiden:

  • Feste Seife: Hat einen basischen pH-Wert (ca. 9-10). Das kann den Säureschutzmantel der Haut kurzzeitig stören.
  • Festes Duschgel (Syndet): Es sieht aus wie Seife, ist aber chemisch gesehen ein fest gepresstes Duschgel mit einem hautneutralen pH-Wert (ca. 5,5). Für die Haut ist es meist verträglicher als klassische Seife.

Gibt es auch Nachteile?

  • Preis: Der Anschaffungspreis pro Stück ist höher (oft 4 € bis 8 €). Rechnet man es jedoch auf die Anzahl der Duschen um, ist es meist sogar günstiger oder gleich teuer wie Marken-Flüssigduschgel.
  • Gewöhnung: Die Handhabung ist anfangs ungewohnt, und auf Reisen muss man eine Transportdose einplanen, in der das Stück nicht matschig wird.

Fazit

Festes Duschgel ist ein einfacher und effektiver "Quick Win" für einen nachhaltigeren Alltag. Du sparst Plastikmüll, reduzierst Transportemissionen und hast oft ein hochwertigeres Produkt mit weniger Chemie auf der Haut. Wenn du darauf achtest, dass das Stück nach dem Duschen trocknet, ist es definitiv ergiebiger als die flüssige Variante.