Ist die Nutzung von Flüssigseife hygienischer als die Verwendung von Seifenstücken?
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Die kurze Antwort lautet: Im privaten Haushalt macht es hygienisch gesehen kaum einen Unterschied. In öffentlichen Bereichen ist Flüssigseife jedoch im Vorteil.
Hier ist die detaillierte Analyse, warum das so ist und welche Vor- und Nachteile beide Varianten haben:
1. Das Bakterien-Dilemma bei Seifenstücken
Es stimmt, dass sich auf der Oberfläche eines benutzten Seifenstücks Bakterien ansiedeln können – besonders wenn die Seife nass in einer Schale liegt.
- Die Entwarnung: Studien haben bereits in den 1960er und 1980er Jahren gezeigt, dass diese Bakterien beim Händewaschen nicht auf den nächsten Nutzer übertragen werden. Die Seife löst den Schmutz und die Keime von der Haut, und beim Abspülen unter fließendem Wasser werden sowohl die Keime von der Hand als auch die Keime von der Seifenoberfläche weggespült.
- Wichtige Voraussetzung: Das Seifenstück muss nach der Benutzung gut trocknen können. In einer Pfütze aus Wasser vermehren sich Keime deutlich schneller. Eine Seifenschale mit Ablauflöchern ist daher Pflicht.
2. Warum Flüssigseife oft als „hygienischer“ gilt
Flüssigseife befindet sich in einem geschlossenen Spender.
- Kein direkter Kontakt: Man berührt nicht das Produkt selbst, sondern nur den Pumpkopf.
- Öffentlicher Raum: In Restaurants, Krankenhäusern oder Büros ist Flüssigseife (oder Schaumseife) die einzig sinnvolle Wahl, da hier viele fremde Menschen aufeinandertreffen und die Hemmschwelle, ein gemeinsames Seifenstück zu teilen, groß ist.
- Schwachpunkt Pumpkopf: Der Drücker des Spenders ist oft ein Sammelplatz für Keime. Er sollte daher regelmäßig gereinigt werden.
3. Aspekte jenseits der Hygiene
Wenn die Hygiene bei beiden (korrekt angewendet) kein Problem darstellt, entscheiden oft andere Faktoren:
Flüssigseife:
- Vorteil: Meist pH-hautneutral eingestellt (schonender für den Säureschutzmantel der Haut).
- Nachteil: Hoher Plastikverbrauch (Verpackung) und hoher Wasseranteil beim Transport. Enthält oft Konservierungsstoffe, um Keimbildung in der Flasche zu verhindern.
Seifenstück:
- Vorteil: Umweltfreundlicher (wenig oder keine Plastikverpackung), sehr ergiebig, oft frei von Konservierungsstoffen.
- Nachteil: Klassische Seifen sind alkalisch (hoher pH-Wert), was die Haut austrocknen kann (es gibt aber auch „feste Waschstücke“, die pH-hautneutral sind).
Fazit: Was soll man nutzen?
- Zu Hause: Benutzen Sie, was Ihnen lieber ist. Wenn Sie ein Seifenstück verwenden, achten Sie darauf, dass es in einer Halterung liegt, in der es vollständig trocknen kann.
- In öffentlichen Toiletten: Hier ist der Flüssigseifenspender aus hygienisch-psychologischen Gründen vorzuziehen.
- Wichtiger als die Form der Seife: Die Art des Waschens. Mindestens 20 bis 30 Sekunden gründliches Einreiben (auch zwischen den Fingern und unter den Nägeln) und das anschließende gründliche Abspülen und Abtrocknen sind entscheidender für die Keimfreiheit als die Frage „fest oder flüssig“.