Führen Badezusätze bei Kindern häufiger zu Augenreizungen?

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Ja, Badezusätze führen bei Kindern tatsächlich häufiger zu Augenreizungen als bei Erwachsenen. Das hat sowohl biologische Gründe als auch mit der Art der verwendeten Produkte zu tun.

Hier sind die wichtigsten Gründe und worauf man achten sollte:

1. Warum sind Kinderaugen empfindlicher?

  • Dünnere Schutzschicht: Die Hornhaut und die Bindehaut von Kindern sind empfindlicher und die Tränenflüssigkeit schützt das Auge noch nicht so effektiv wie bei Erwachsenen.
  • Lidschlussreflex: Bei kleinen Kindern ist der Reflex, die Augen bei Spritzwasser sofort fest zu schließen, oft noch nicht so schnell oder ausgeprägt.
  • Reiben der Augen: Kinder reiben sich im Badewasser oft mit den nassen Händen die Augen, wodurch Seifenreste direkt in das Auge massiert werden.

2. Problematische Inhaltsstoffe

Nicht jeder Badezusatz ist gleich. Besonders häufig verursachen folgende Stoffe Reizungen:

  • Tenside (Schaumbildner): Stoffe wie Sodium Laureth Sulfate, die für die schönen Blasen im Schaumbad sorgen, entfetten die Oberfläche des Auges und verursachen das typische Brennen.
  • Duft- und Farbstoffe: Diese sind in vielen bunten Kinder-Badezusätzen (Badebomben, Malseifen) enthalten und können die Schleimhäute reizen.
  • Ätherische Öle: Erkältungsbäder für Kinder enthalten oft Menthol, Eukalyptus oder Kampfer. Diese dämpfen zwar die Nase, können aber in den Augen stark brennen oder sogar die Atemwege bei Kleinkindern zu stark reizen.

3. Was bedeutet „Tränenfrei“?

Viele Kinderprodukte werben mit dem Slogan „Keine Tränen mehr“. Das bedeutet meist:

  • Der pH-Wert des Produkts wurde an den der Tränenflüssigkeit angepasst (ca. 7,4). Normales Wasser oder Seife haben oft einen anderen pH-Wert, was das Brennen auslöst.
  • Es werden sehr milde Tenside verwendet, die die Hornhaut nicht betäuben (wie früher fälschlicherweise oft behauptet), sondern einfach weniger aggressiv sind.

4. Tipps zur Vermeidung von Augenreizungen

  1. Weniger ist mehr: Babys und Kleinkinder brauchen eigentlich keinen Schaum. Ein Schuss Muttermilch oder ein wenig Mandelöl im Wasser reicht oft aus.
  2. Richtiges Abspülen: Beim Haarewaschen den Kopf weit nach hinten neigen oder einen „Waschschutz“ (Schildkappe für die Badewanne) verwenden.
  3. Klarspülen: Sollte doch Schaum ins Auge gelangen, nicht reiben, sondern vorsichtig mit klarem, lauwarmem Wasser ausspülen.
  4. Badebomben dosieren: Bunte Badebomben oder „Knisterbäder“ machen Spaß, sollten aber eher selten und erst bei älteren Kindern verwendet werden, die wissen, dass das Wasser nicht in die Augen darf.

Fazit: Ja, die Gefahr von Reizungen ist bei Kindern deutlich höher. Es empfiehlt sich, spezielle, pH-hautneutrale Produkte für Kinder zu verwenden und auf stark schäumende oder stark parfümierte Zusätze zu verzichten.

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