Darf man eine Nachtcreme trotz ihrer Textur auch als Tagespflege verwenden?

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Ja, man darf eine Nachtcreme grundsätzlich auch tagsüber verwenden – es ist nicht schädlich für die Haut –, aber es gibt ein paar wichtige Punkte, die du beachten solltest. Es hängt stark von deinem Hauttyp und den Inhaltsstoffen ab.

Hier ist eine Übersicht der Vor- und Nachteile:

1. Das Hauptproblem: Fehlender Lichtschutz

Nachtcremes enthalten fast nie einen Lichtschutzfaktor (LSF). Da die Sonne die Hauptursache für vorzeitige Hautalterung ist, müsstest du über die Nachtcreme unbedingt zusätzlich einen Sonnenschutz auftragen.

2. Die Textur (Der „Glanz-Faktor“)

Nachtcremes sind meist „okklusiv“, das heißt, sie bilden einen leichten Schutzfilm, um die Feuchtigkeit über Nacht in der Haut zu halten.

  • Optik: Auf der Haut wirkt das tagsüber oft sehr fettig oder glänzend.
  • Make-up: Als Make-up-Unterlage sind Nachtcremes meist ungeeignet, da das Make-up darauf „schwimmt“ oder fleckig wird.
  • Poren: Bei öliger oder Mischhaut kann die reichhaltige Textur am Tag zu verstopften Poren und Unreinheiten führen.

3. Vorsicht bei speziellen Wirkstoffen

Einige Nachtcremes enthalten Wirkstoffe, die gezielt für die Regeneration im Dunkeln gedacht sind:

  • Retinol (Vitamin A): Dieser beliebte Anti-Aging-Stoff macht die Haut extrem lichtempfindlich. Wenn du eine retinolhaltige Nachtcreme am Tag trägst, riskierst du Pigmentflecken oder Reizungen (es sei denn, du nutzt sehr hohen Sonnenschutz).
  • Fruchtsäuren (AHA): Auch diese machen die Haut dünner und empfindlicher gegenüber UV-Strahlung.

Wann macht es Sinn, eine Nachtcreme am Tag zu nutzen?

  • Extrem trockene Haut: Wenn deine Haut im Winter sehr spannt und schuppt, kann die reichhaltige Textur einer Nachtcreme tagsüber eine wahre Wohltat und ein guter Kälteschutz sein.
  • Sehr empfindliche Haut (ohne Wirkstoffe): Wenn die Nachtcreme lediglich beruhigende Stoffe wie Panthenol oder Ceramide enthält und keine „aktiven“ Anti-Aging-Stoffe, ist sie eine gute Pflege bei Barriere-Problemen.

Zusammenfassung:

  • Ja, wenn: Du sehr trockene Haut hast, die Creme keine lichtempfindlichen Stoffe (Retinol/Säuren) enthält und du zusätzlich Sonnenschutz aufträgst.
  • Nein, wenn: Du zu öliger Haut neigst, Wirkstoffe wie Retinol enthalten sind oder du ein mattes Finish für dein Make-up möchtest.

Tipp: Wenn dir deine Tagespflege zu leicht ist, kannst du auch einfach einen Tropfen Gesichtsöl in deine Tagescreme mischen, anstatt die schwere Nachtcreme zu nehmen.

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