Bieten günstige Sonnenbrillen einen ausreichenden UV-Schutz?
Die kurze Antwort lautet: Ja, auch günstige Sonnenbrillen bieten in der Regel einen ausreichenden UV-Schutz, sofern sie bestimmte Kennzeichnungen tragen. Der Preis einer Sonnenbrille sagt meist mehr über die Marke, das Design und die Materialqualität des Gestells aus als über die Filterleistung der Gläser.
Hier sind die Details, worauf Sie achten sollten:
1. Auf die Kennzeichnung achten
Damit eine Sonnenbrille Ihre Augen wirklich schützt, muss sie zwei Kriterien erfüllen:
- UV 400: Dies ist das wichtigste Merkmal. Es bedeutet, dass die Brille alle UV-Strahlen bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern filtert. Das deckt sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlen vollständig ab.
- CE-Zeichen: Mit diesem Zeichen (meist auf der Bügelinnenseite) erklärt der Hersteller, dass das Produkt den geltenden EU-Sicherheitsrichtlinien entspricht.
2. Warum günstig nicht gleich schlecht ist
Der UV-Schutz ist kein teures Hightech-Feature. Es handelt sich meist um eine einfache Beschichtung oder ein im Glas (Kunststoff) enthaltenes Material, das in der Herstellung nur wenige Cent kostet. Deshalb können auch Brillen aus der Drogerie oder von Modeketten für 10 oder 15 Euro einen perfekten UV-Schutz bieten.
3. Die Gefahr bei "No-Name"-Billigimporten
Vorsicht ist geboten bei extrem billigen Brillen von fliegenden Händlern im Urlaub oder bei Direktimporten aus Nicht-EU-Ländern über das Internet.
- Das Risiko: Wenn eine Brille dunkle Gläser hat, aber keinen UV-Filter, ist sie gefährlicher als gar keine Brille.
- Warum? Hinter dunklen Gläsern weiten sich die Pupillen. Ohne UV-Filter gelangen so noch mehr schädliche Strahlen ungehindert ins Innere des Auges und können die Netzhaut schädigen.
4. Was teure Brillen oft besser können
Auch wenn der UV-Schutz bei günstigen Modellen oft stimmt, gibt es Unterschiede in der optischen Qualität:
- Abbildungsqualität: Teurere Gläser sind oft präziser geschliffen. Billige Kunststoffgläser können Schlieren oder Einschlüsse haben, die das Bild leicht verzerren. Das kann auf Dauer zu Kopfschmerzen oder müden Augen führen.
- Polarisation: Viele teurere Brillen haben Polfilter, die Reflexionen (z. B. auf nassem Asphalt oder Wasser) schlucken.
- Haltbarkeit: Hochwertige Brillen haben oft kratzfest Beschichtungen und stabilere Scharniere.
Fazit: Wie Sie sichergehen
- Kaufen Sie Brillen bei vertrauenswürdigen Händlern (Drogeriemärkte, Optikerketten, namhafte Modehäuser).
- Achten Sie auf den Aufkleber oder die Prägung "UV 400".
- Machen Sie den Wackeltest: Halten Sie die Brille ein Stück vor sich und schauen Sie durch ein Glas auf eine gerade Linie (z. B. eine Tischkante). Bewegen Sie die Brille leicht. Wenn die Linie verbogen erscheint oder "tanzt", ist das Glas minderwertig.
Tipp: Wenn Sie eine alte oder sehr günstige Brille haben und unsicher sind, können viele Optiker diese kurz in ein Messgerät halten und den UV-Schutz kostenlos oder für einen kleinen Betrag in die Kaffeekasse testen.