Aus welchen Materialien werden Spritzdüsen und Brausen üblicherweise gefertigt?
Spritzdüsen und Brausen werden je nach Anwendungsbereich (Garten, Badezimmer, Industrie oder Landwirtschaft) aus unterschiedlichen Materialien gefertigt. Die Wahl des Materials hängt von Faktoren wie Druckbeständigkeit, Korrosionsschutz, Gewicht und Kosten ab.
Hier sind die gängigsten Materialien, unterteilt in Kategorien:
1. Kunststoffe (sehr verbreitet im Haushalt und Garten)
Kunststoffe sind leicht, kostengünstig und korrosionsbeständig.
- ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol): Das Standardmaterial für Handbrausen im Badezimmer. Es ist leicht, stabil und lässt sich hervorragend galvanisieren (verchromen).
- POM (Polyoxymethylen): Wird oft für die inneren mechanischen Teile und Präzisionsdüsen verwendet, da es sehr formstabil und abriebfest ist.
- PP (Polypropylen) & PE (Polyethylen): Häufig bei günstigen Gartenspritzen oder Sprühflaschen für Chemikalien zu finden, da sie sehr beständig gegen viele Lösungsmittel sind.
- Polyamid (PA): Oft glasfaserverstärkt, wird es für robuste Gehäuse von Garten-Spritzpistolen eingesetzt.
2. Metalle (für Langlebigkeit und hohen Druck)
Metalle kommen zum Einsatz, wenn die Düsen robust sein müssen oder hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind.
- Messing: Der Klassiker im Gartenbereich und bei professionellen Armaturen. Es ist sehr langlebig, robust und (oft vernickelt oder verchromt) korrosionsbeständig.
- Edelstahl (v.a. V2A oder V4A): Wird in der Industrie, der Lebensmittelverarbeitung oder bei High-End-Badarmaturen verwendet. Es ist extrem hygienisch, rostfrei und säurebeständig.
- Zinkdruckguss: Wird oft für die Körper von Garten-Spritzpistolen verwendet. Es ist schwerer als Kunststoff und wirkt wertiger, muss aber beschichtet werden, um Korrosion zu vermeiden.
- Aluminium: Gelegentlich bei Verlängerungslanzen (Gießstäben) zu finden, da es leicht und dennoch stabil ist.
3. Spezialmaterialien für die Düsenöffnungen
Besonders bei Brausen und Hochdruckdüsen gibt es spezielle Einsätze:
- Silikon: Die kleinen Noppen an modernen Duschköpfen bestehen meist aus Silikon. Dies dient dem Antikalk-Schutz: Durch einfaches Drüberstreichen bricht der Kalk ab.
- Keramik: In der Industrie oder bei Hochdruckreinigern werden Düsenkerne oft aus Keramik gefertigt, da dieses Material extrem verschleißfest gegenüber reibenden Partikeln im Wasser ist.
- Rubin/Saphir: Bei extremen Hochdruckanwendungen (z. B. Wasserstrahlschneiden) werden Edelsteine als Düsenöffnung eingesetzt, um dem enormen Verschleiß standzuhalten.
Zusammenfassung nach Anwendungsgebiet:
- Badezimmer-Brausen: Meist verchromter ABS-Kunststoff mit Silikon-Noppen. Hochwertige Modelle aus massivem Edelstahl oder Messing.
- Gartendüsen: Kombination aus ABS, Polyamid und oft Messing-Anschlüssen.
- Landwirtschaft (Pflanzenschutz): Meist spezieller Kunststoff (POM) oder Edelstahl, um chemikalienresistent zu sein.
- Industrie (Reinigung/Kühlung): Überwiegend Edelstahl oder Messing, bei abrasiven Medien auch Keramik.
Wussten Sie schon? Der Trend geht im Badbereich immer mehr zu Edelstahl, da dieser im Gegensatz zu verchromtem Kunststoff (ABS) vollständig recycelbar ist und keine potenziell umweltschädlichen Galvanik-Prozesse benötigt.