Aus welchen Grundstoffen besteht handelsüblicher Tapetenkleister?

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Handelsüblicher Tapetenkleister besteht im Wesentlichen aus nur wenigen Grundstoffen. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Verwendungszweck (z. B. für leichte Papiertapeten oder schwere Vliestapeten).

Hier sind die Hauptbestandteile:

1. Methylcellulose (der wichtigste Grundstoff)

Der Hauptbestandteil fast aller modernen Kleister ist Methylcellulose (oft auch Carboxymethylcellulose, CMC).

  • Herkunft: Sie wird aus natürlicher Cellulose gewonnen (meist aus Holz- oder Baumwollfasern), die chemisch modifiziert wurde.
  • Funktion: Methylcellulose ist wasserlöslich und bildet beim Anrühren eine schleimige, fadenziehende Masse. Sie sorgt für die nötige Klebkraft, die Gleitfähigkeit (um die Tapete an der Wand zu verschieben) und die Feuchtigkeitsspeicherung.

2. Stärkederivate

In vielen Standard-Kleistern ist zusätzlich Stärke enthalten (meist aus Kartoffeln oder Mais gewonnen).

  • Funktion: Stärke ist ein günstiger Füllstoff, der die Bindekraft unterstützt. In sehr hochwertigen „Spezialkleistern“ wird oft auf Stärke verzichtet und fast nur reine Methylcellulose verwendet, da diese feuchtigkeitsbeständiger ist.

3. Kunstharz (Polyvinylacetat / PVAc)

In sogenannten „Spezialkleistern“ oder Kleistern für schwere Tapeten (Vlies, Vinyl, Raufaser) ist oft ein Anteil an Kunstharz enthalten.

  • Funktion: Das Kunstharz erhöht die Klebkraft und die Feuchtefestigkeit. Es sorgt dafür, dass auch schwere Tapetenbahnen sofort haften und sich die Nähte später nicht aufwölben.

4. Hilfs- und Zusatzstoffe

Je nach Hersteller und Sorte werden in geringen Mengen weitere Stoffe beigemischt:

  • Konservierungsmittel (Biozide): Damit der angerührte Kleister im Eimer nicht verdirbt (schimmelt oder fault) und um Schimmelbildung hinter der Tapete vorzubeugen.
  • Netzmittel: Um die Benetzung des Untergrunds zu verbessern.
  • Entschäumer: Um zu verhindern, dass beim Anrühren zu viel Schaum entsteht.

Zusammenfassung nach Kleistertyp:

  • Normaler Kleister: Besteht fast ausschließlich aus Methylcellulose und evtl. Stärke. (Für leichte Papiertapeten).
  • Spezialkleister: Enthält zusätzlich Kunstharz für eine höhere Klebkraft. (Für Raufaser oder schwere Papiertapeten).
  • Vlieskleister: Hat einen sehr hohen Anteil an Methylcellulose und speziellen Zusätzen, damit er direkt auf die Wand aufgetragen werden kann, ohne zu spritzen („spritzarm“).

Interessanter Fakt: Reiner Methylcellulose-Kleister ist ungiftig und biologisch abbaubar, weshalb er auch oft im Bastelbereich (z. B. für Pappmaché) eingesetzt wird. Erst durch die Zugabe von Kunstharzen oder Konservierungsstoffen wird er ökologisch bedenklicher.

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