Tutorial: So nutzt du den Camera Raw Filter in Photoshop

Melden

Hier ist ein ausführliches Tutorial, wie du den Camera Raw Filter in Photoshop effektiv einsetzt, um deine Fotos professionell zu bearbeiten.

Der Camera Raw Filter ist eines der mächtigsten Werkzeuge in Photoshop. Er bringt die Engine von Adobe Lightroom direkt in deine Photoshop-Ebenen und ermöglicht eine intuitive, nicht-destruktive Bildbearbeitung.


Schritt 1: Das Bild vorbereiten (Wichtig!)

Bevor du den Filter öffnest, solltest du deine Ebene in ein Smartobjekt umwandeln. Das hat den Vorteil, dass du die Einstellungen des Filters jederzeit nachträglich ändern kannst.

  1. Mache einen Rechtsklick auf deine Bildebene im Ebenen-Bedienfeld.
  2. Wähle „In Smartobjekt konvertieren“.

Schritt 2: Den Camera Raw Filter öffnen

Gehe im oberen Menü auf: Filter > Camera Raw-Filter... (Tastenkürzel: Strg + Umschalt + A für Windows / Cmd + Shift + A für Mac)

Es öffnet sich ein neues Fenster mit einer Vielzahl von Reglern auf der rechten Seite.


Schritt 3: Die wichtigsten Bedienfelder erklärt

Der Camera Raw Filter ist in verschiedene Bereiche unterteilt. Hier sind die wichtigsten, die du für fast jedes Foto benötigen wirst:

1. Grundeinstellungen (Basics)

Hier legst du das Fundament deines Looks:

  • Farbtemperatur & Tönung: Korrigiere den Weißabgleich (wärmer oder kühler).
  • Belichtung & Kontrast: Regle die Helligkeit des Bildes.
  • Lichter & Tiefen: Eines der besten Features. Ziehe die „Lichter“ nach links, um Details im hellen Himmel zurückzuholen. Ziehe die „Tiefen“ nach rechts, um dunkle Bereiche aufzuhellen.
  • Struktur & Klarheit: Betont Details und Kanten. Perfekt für dramatische Landschaften oder Architektur.

2. Kurve (Curve)

Ähnlich wie die Gradationskurven in Photoshop kannst du hier den Kontrast präziser steuern, indem du Punkte auf der Linie setzt (S-Kurve für mehr Kontrast).

3. Farbmischer (Color Mixer)

Hier kannst du gezielt einzelne Farben verändern:

  • Farbe: Ändere z. B. ein blaues T-Shirt in ein türkises.
  • Sättigung: Mache das Grün der Bäume kräftiger.
  • Luminanz: Mache eine bestimmte Farbe heller oder dunkler (sehr nützlich, um den Himmel dunkler und dramatischer wirken zu lassen).

4. Details

Nutze dieses Panel zum Schärfen und zur Rauschreduzierung (besonders wichtig bei Aufnahmen mit wenig Licht).


Schritt 4: Selektive Bearbeitung (Maskierung)

Eines der Highlights ist das Maskieren-Symbol (der Kreis mit dem gestrichelten Rand in der rechten Werkzeugleiste).

  1. Klicke auf Maskieren.
  2. Du kannst nun „Motiv auswählen“ oder „Himmel auswählen“ nutzen. Photoshop erkennt dank KI automatisch das Hauptmotiv oder den Himmel.
  3. Jetzt kannst du nur diesen Bereich bearbeiten (z. B. das Motiv aufhellen, während der Hintergrund dunkel bleibt).

Schritt 5: Vorher-Nachher-Vergleich

Um zu sehen, wie weit du dein Bild bereits verändert hast, kannst du unten rechts auf das Symbol mit den zwei Rechtecken klicken oder die Taste „P“ drücken, um die Vorschau kurzzeitig ein- und auszuschalten.


Schritt 6: Änderungen anwenden

Wenn du mit dem Ergebnis zufrieden bist, klicke unten rechts auf „OK“.

Da du am Anfang ein Smartobjekt erstellt hast, siehst du nun unter deiner Ebene den Eintrag „Camera Raw-Filter“. Wenn du doppelt auf diesen Namen klickst, öffnet sich das Fenster mit all deinen Einstellungen erneut und du kannst sie weiter verfeinern.


Profi-Tipp: Presets (Vorgaben) nutzen

Wenn du einen Look erstellt hast, der dir besonders gut gefällt, kannst du ihn als Preset speichern. Klicke dazu auf das Symbol mit den zwei Kreisen (Vorgaben) und dann auf das kleine Plus-Icon. So kannst du den gleichen Look mit einem Klick auf andere Fotos anwenden.

0