Tutorial: Kumulierte Häufigkeitsverteilung in Excel erstellen
Hier ist ein ausführliches Tutorial, wie du in Excel eine kumulierte Häufigkeitsverteilung erstellst.
Die kumulierte Häufigkeit gibt an, wie viele Datensätze bis zu einem bestimmten Wert (oder einer Klassengrenze) vorhanden sind. Sie ist die fortlaufende Summe der einzelnen Häufigkeiten.
Schritt 1: Die Daten vorbereiten
Zuerst benötigst du deine Rohdaten und die sogenannten „Klassen“ (Bins), in die du die Daten einteilen möchtest.
Beispiel-Daten: Testergebnisse von 0 bis 100 Punkten.
- Spalte A (Werte): Deine unsortierten Daten (z. B. 45, 67, 88, 32...).
- Spalte C (Klassengrenzen): Die Obergrenzen, die du messen willst (z. B. 20, 40, 60, 80, 100).
Schritt 2: Die absolute Häufigkeit berechnen
Bevor wir kumulieren, müssen wir wissen, wie oft Werte in jede Klasse fallen. Dafür nutzen wir die Excel-Funktion HÄUFIGKEIT.
- Markiere den Bereich neben deinen Klassengrenzen (z. B. D2:D6).
- Gib folgende Formel ein:
=HÄUFIGKEIT(A2:A20; C2:C6)(A2:A20 ist dein Datenbereich, C2:C6 sind deine Klassen). - Wichtig: Wenn du eine ältere Excel-Version nutzt, musst du die Formel mit Strg + Umschalt + Enter bestätigen (Array-Formel). In modernen Versionen (Microsoft 365) reicht Enter.
Schritt 3: Die kumulierte Häufigkeit berechnen (Die Formel)
Jetzt addieren wir die Häufigkeiten nacheinander auf. Es gibt zwei gängige Methoden:
Methode A: Die einfache Addition
- Klicke in die Zelle neben der ersten Häufigkeit (z. B. E2).
- Für den ersten Wert übernimmst du einfach die erste Häufigkeit:
=D2 - In der nächsten Zelle (E3) addierst du den vorherigen kumulierten Wert zum aktuellen Wert:
=E2 + D3 - Ziehe diese Formel nun nach unten bis zum Ende der Tabelle.
Methode B: Die SUMME-Funktion mit absolutem Bezug (Empfohlen)
Diese Methode ist eleganter, da sie einen festen Startpunkt nutzt.
- Gib in Zelle E2 folgende Formel ein:
=SUMME($D$2:D2) - Durch das Dollarzeichen (
$D$2) bleibt der Anfang des Bereichs fixiert. - Ziehe die Formel nach unten. In Zelle E3 wird daraus automatisch
=SUMME($D$2:D3), in E4=SUMME($D$2:D4)usw.
Beispiel-Tabelle zur Veranschaulichung
| Klasse (Punkte bis) | Absolute Häufigkeit | Kumulierte Häufigkeit | Formel (kumuliert) |
|---|---|---|---|
| 20 | 3 | 3 | =D2 |
| 40 | 5 | 8 | =E2+D3 oder =SUMME($D$2:D3) |
| 60 | 10 | 18 | =E3+D4 oder =SUMME($D$2:D4) |
| 80 | 4 | 22 | ... |
| 100 | 2 | 24 | ... |
Schritt 4: Kumulierte relative Häufigkeit (Optional in %)
Wenn du wissen möchtest, wie viel Prozent der Daten unter eine Grenze fallen:
- Teile die kumulierte Häufigkeit durch die Gesamtsumme der Daten.
- Formel in F2:
=E2 / SUMME($D$2:$D$6) - Formatiere die Zelle als Prozent.
Tipps für die Fehlervermeidung:
- Prüfung: Der letzte Wert deiner kumulierten Häufigkeit muss immer der Gesamtzahl deiner Datensätze entsprechen.
- Dynamik: Wenn du die
SUMME($D$2:D2)-Variante nutzt, ist deine Tabelle weniger fehleranfällig, wenn du zwischendurch Zeilen sortierst oder einfügst.