Tutorial: Gleitenden Durchschnitt in Excel berechnen und visualisieren
Hier ist ein ausführliches Tutorial, wie du in Excel einen gleitenden (oder rollierenden) Durchschnitt berechnest und diesen in einem aussagekräftigen Diagramm darstellst.
Ein gleitender Durchschnitt (Moving Average) hilft dabei, kurzfristige Schwankungen in Datensätzen (z. B. Verkaufszahlen oder Aktienkurse) zu glätten und langfristige Trends sichtbar zu machen.
Teil 1: Den gleitenden Durchschnitt mit einer Formel berechnen
In diesem Beispiel nehmen wir an, dass deine Daten in Spalte A (Datum) und Spalte B (Wert/Umsatz) stehen. Wir berechnen einen 7-Tage-Durchschnitt.
- Startpunkt wählen: Da wir den Durchschnitt der letzten 7 Tage berechnen wollen, können wir erst in der 7. Zeile mit der Berechnung beginnen.
- Formel eingeben: Klicke in die Zelle C8 (vorausgesetzt, Zeile 1 ist die Überschrift und Zeile 2 ist der erste Datensatz).
- Die MITTELWERT-Funktion nutzen: Gib folgende Formel ein:
=MITTELWERT(B2:B8) - Autofill: Klicke auf die untere rechte Ecke der Zelle C8 und ziehe die Formel bis zum Ende deiner Datenreihe nach unten.
Hinweis: In den Zellen C2 bis C7 bleibt das Feld leer (oder du berechnest dort einen "unvollständigen" Durchschnitt), da noch keine 7 Tage für die Berechnung vorliegen.
Teil 2: Gleitenden Durchschnitt über das Analyse-Tool (Alternative)
Excel bietet ein integriertes Tool für statistische Analysen, das die Arbeit automatisiert.
- Gehe zum Reiter Daten.
- Klicke ganz rechts auf Datenanalyse (Falls nicht sichtbar: Datei > Optionen > Add-Ins > Verwalten: Excel-Add-Ins > Los... > Analyse-Funktionen aktivieren).
- Wähle in der Liste Gleitender Durchschnitt aus und klicke auf OK.
- Eingabebereich: Markiere deine Daten (z. B. Spalte B).
- Intervall: Gib hier die Anzahl der Perioden ein (z. B.
7für eine Woche). - Ausgabebereich: Wähle eine leere Zelle (z. B. C2).
- Klicke auf OK. Excel füllt die Spalte nun automatisch aus.
Teil 3: Ein Diagramm mit dem gleitenden Durchschnitt erstellen
Um den Trend zu visualisieren, erstellen wir ein Kombinationsdiagramm.
- Daten markieren: Markiere die Spalten mit dem Datum, den Originalwerten und dem berechneten gleitenden Durchschnitt.
- Diagramm einfügen: Gehe auf Einfügen > Liniendiagramm (oder Flächendiagramm).
- Formatierung:
- Die Linie für die Originaldaten sollte dünner oder in einer helleren Farbe (z. B. Hellgrau) dargestellt werden.
- Die Linie für den gleitenden Durchschnitt sollte dicker und in einer Signalfarbe (z. B. Blau oder Rot) hervorgehoben werden.
- Ergebnis: Du siehst nun die täglichen Schwankungen im Hintergrund und den geglätteten Trend als deutliche Linie darüber.
Teil 4: Profi-Tipp – Gleitender Durchschnitt direkt im Diagramm (ohne Formel)
Wenn du keine extra Spalte in deiner Tabelle möchtest, kannst du die Funktion direkt im Diagramm nutzen:
- Erstelle ein normales Liniendiagramm deiner Basisdaten.
- Mache einen Rechtsklick auf die Datenlinie im Diagramm.
- Wähle Trendlinie hinzufügen... aus.
- Wähle im Menü rechts die Option Gleitender Durchschnitt.
- Stelle unter Zeitraum den gewünschten Wert ein (z. B.
7). - Excel zeichnet die Linie nun automatisch ein, ohne dass du Formeln schreiben musst.
Zusammenfassung: Welches Intervall ist das richtige?
- Kurzes Intervall (z.B. 3-5 Tage): Reagiert schnell auf Änderungen, ist aber noch "zackig".
- Mittleres Intervall (z.B. 7-14 Tage): Ideal für Wochenrhythmen.
- Langes Intervall (z.B. 30-200 Tage): Zeigt den langfristigen Trend (oft im Aktienhandel genutzt), reagiert aber sehr träge auf aktuelle Änderungen.