Linux unter Windows 11 installieren: So aktivierst du WSL2

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Mit dem Windows-Subsystem für Linux (WSL2) ermöglicht Microsoft die nahtlose Ausführung einer vollwertigen Linux-Umgebung direkt unter Windows 11 – ganz ohne den Leistungsverlust oder den Konfigurationsaufwand einer herkömmlichen virtuellen Maschine.

In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung erfährst du, wie du WSL2 aktivierst und deine erste Linux-Distribution installierst.


Voraussetzungen

Bevor du startest, stelle Folgendes sicher:

  1. Administratorrechte auf deinem Windows 11 PC.
  2. Virtualisierung im BIOS/UEFI aktiviert: Dies ist bei den meisten modernen PCs standardmäßig der Fall. (Prüfen im Task-Manager -> Reiter Leistung -> CPU -> Virtualisierung: Aktiviert).

Schritt 1: Windows Terminal als Administrator öffnen

Die gesamte Installation lässt sich heutzutage über einen einzigen Befehl in der Konsole durchführen.

  1. Klicke mit der rechten Maustaste auf das Windows-Startsymbol.
  2. Wähle Terminal (Administrator) oder PowerShell (Administrator) aus.
  3. Bestätige die Abfrage der Benutzerkontensteuerung mit Ja.

Schritt 2: WSL2 und Standard-Linux (Ubuntu) installieren

Tippe im Terminal folgenden Befehl ein und drücke die Eingabetaste:

wsl --install

Was dieser Befehl automatisch im Hintergrund macht:

  • Er aktiviert die optionalen Windows-Komponenten Virtual Machine Platform und Windows-Subsystem für Linux.
  • Er lädt den neuesten Linux-Kernel herunter.
  • Er setzt WSL2 als Standardversion fest.
  • Er lädt die Standard-Distribution herunter (in der Regel Ubuntu).

Schritt 3: Computer neustarten

Sobald der Vorgang im Terminal abgeschlossen ist, musst du deinen Computer neu starten, um die Änderungen an den Windows-Features zu übernehmen.

Starte deinen PC über das Startmenü neu.


Schritt 4: Linux-Benutzerkonto einrichten

  1. Nach dem Neustart öffnet sich nach kurzer Zeit automatisch ein Konsolenfenster (falls nicht, suche im Startmenü einfach nach Ubuntu und öffne es).
  2. Die eigentliche Installation wird nun finalisiert (dies kann ein paar Minuten dauern).
  3. Du wirst aufgefordert, einen Benutzernamen (Username) und ein Passwort für deine Linux-Umgebung festzulegen:
    • Wichtig: Beim Eintippen des Passworts werden aus Sicherheitsgründen keine Zeichen oder Sterne auf dem Bildschirm angezeigt. Tippe es einfach ein und drücke Enter.

Glückwunsch! Du befindest dich nun direkt in der Linux-Befehlszeile.


Schritt 5: Status überprüfen (Sicherstellen, dass WSL2 aktiv ist)

Um zu überprüfen, ob wirklich Version 2 verwendet wird, öffne ein neues Windows-Terminal (PowerShell) und gib folgenden Befehl ein:

wsl -l -v

In der Ausgabe sollte Folgendes stehen:

  • NAME: Ubuntu
  • STATE: Running (oder Stopped)
  • VERSION: 2

Falls bei VERSION eine 1 steht, kannst du sie mit folgendem Befehl auf Version 2 aktualisieren:

wsl --set-version Ubuntu 2

Schritt 6: Linux auf den neuesten Stand bringen

Es wird dringend empfohlen, direkt nach der Installation die Paketquellen und installierten Programme innerhalb von Linux zu aktualisieren. Gib dazu in deiner Linux-Konsole ein:

sudo apt update && sudo apt upgrade -y

(Hierfür benötigst du das in Schritt 4 vergebene Passwort).


Bonus: Eine andere Distribution installieren (Optional)

Falls du statt Ubuntu lieber Debian, Kali Linux oder openSUSE nutzen möchtest, kannst du dir alle verfügbaren Distributionen anzeigen lassen:

wsl --list --online

Um eine bestimmte Distribution zu installieren (z. B. Debian), nutzt du einfach folgenden Befehl:

wsl --install -d Debian

Nützliche Tipps für den Alltag

  • Dateizugriff: Du kannst aus Windows heraus auf deine Linux-Dateien zugreifen. Öffne den Windows-Explorer und tippe oben in die Adresszeile \\wsl$ ein.
  • Linux mit GUI (Grafischer Oberfläche): Windows 11 unterstützt WSLg. Du kannst Linux-Programme mit grafischer Benutzeroberfläche (z. B. gedit oder gimp) einfach über das Linux-Terminal installieren und wie gewohnt als eigenes Fenster unter Windows öffnen.
  • Code-Editor: Für Entwickler empfiehlt sich Visual Studio Code unter Windows mit der Erweiterung "WSL". Damit kannst du Code direkt in der Linux-Umgebung bearbeiten und ausführen.
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