GoodNotes 6 vs. Notability: Welche Notizen-App passt wirklich zu dir? Ein praktischer Guide
Die Wahl der richtigen Notizen-App auf dem iPad (oder Mac) ist für viele Schüler, Studierende und Berufstätige eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt. Die beiden unangefochtenen Giganten auf diesem Markt sind GoodNotes (in der Version 6) und Notability.
Obwohl beide Apps auf den ersten Blick das Gleiche tun – handschriftliche Notizen digitalisieren –, unterscheiden sie sich fundamental in Philosophie, Organisation und Preisgestaltung.
In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung analysieren wir die wichtigsten Kategorien, damit du am Ende genau weißt, welche App die richtige für deinen Workflow ist.
Schritt 1: Das Preismodell verstehen (Abo vs. Einmalkauf)
Das Preismodell ist für viele das K.-o.-Kriterium. Hier gibt es einen der größten Unterschiede zwischen den beiden Apps.
- GoodNotes 6:
- Kostenlose Version: Erlaubt bis zu 3 Notizbücher mit eingeschränkten Funktionen.
- Abo-Modell: Jährliche Zahlung (plattformübergreifend, auch für Windows/Android nutzbar).
- Einmalkauf: Ein einmaliger Betrag für die reine iOS/macOS-Nutzung.
- Vorteil: Du hast die Wahl, ob du ein Abo willst oder die App für immer besitzen möchtest.
- Notability:
- Kostenlose Version: Stark eingeschränkt (Limit bei Bearbeitungen pro Monat, keine Cloud-Synchronisation).
- Notability Plus: Reines Abo-Modell (jährlich oder monatlich).
- Nachteil: Es gibt keine Option mehr für einen Einmalkauf.
Zwischenfazit: Wenn du Abonnements hasst, gewinnt GoodNotes 6 durch die Option des Einmalkaufs.
Schritt 2: Die Organisation deiner Notizen
Wie behältst du den Überblick über Hunderte von Dokumenten? Beide Apps verfolgen unterschiedliche Ansätze.
- GoodNotes 6: Das klassische Dateisystem
- Arbeitet wie ein Computer: Du kannst Ordner innerhalb von Ordnern anlegen (verschachtelt, unendliche Ebenen).
- Du erstellst digitale „Notizbücher“ mit echten Covern und individuellem Papier.
- Ideal für: Leute, die strikte Strukturen lieben und gerne Dokumente nach Schuljahren, Semestern, Fächern und Unterthemen trennen.
- Notability: Die schlanke Listenansicht
- Setzt auf ein 2-Ebenen-System: Themen (Subjects) und Trenner (Dividers).
- Fühlt sich moderner und linearer an.
- Notizen werden eher wie fortlaufende Dokumente behandelt, nicht wie physische Notizbücher.
- Ideal für: Minimalisten, die schnellen Zugriff auf alle Notizen wollen, ohne sich durch fünf Unterordner zu klicken.
Schritt 3: Schreibgefühl und Werkzeuge
Beide Apps bieten Stifte, Textmarker, Radiergummis und Formen-Tools. Dennoch gibt es feine Nuancen im Schreiballtag:
- GoodNotes 6:
- Sehr präzise Vektortinte. Das Schriftbild wirkt oft etwas „geglätteter“.
- Stiftgesten: Du kannst Wörter einfach durch Kritzeln durchstreichen, um sie zu löschen, oder Text umkreisen, um ihn auszuwählen.
- Lern-Tools: Integriertes „Tape-Tool“ (Abdeckband), mit dem du Begriffe verdecken und durch Antippen aufdecken kannst (perfekt zum Vokabel- oder Definitionenlernen).
- Notability:
- Das Schreibgefühl fühlt sich extrem flüssig und „echt“ an.
- Besseres Stift-Favoriten-Menü: Eine frei bewegliche Leiste für deine Lieblingsstifte und -farben.
- Strichumwandlung: Zeichne eine Linie und halte den Stift – sie wird sofort perfekt gerade. Das Lasso-Tool ist intuitiv und schnell.
Schritt 4: Die entscheidenden Killer-Features
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Jede App hat ein Alleinstellungsmerkmal:
1. Die Audio-Aufnahme (Klarer Sieger: Notability)
- Notability besitzt das legendäre Audio-Sync-Feature. Nimmst du eine Vorlesung oder ein Meeting auf, synchronisiert die App deine Handschrift mit dem Ton. Wenn du später auf ein bestimmtes geschriebenes Wort tippst, springt die Audioaufnahme exakt an diese Stelle. Zudem gibt es automatische Transkriptionen.
- GoodNotes 6 hat inzwischen ebenfalls eine Audio-Funktion integriert, diese ist jedoch weniger ausgereift und bietet nicht denselben nahtlosen Workflow wie Notability.
2. KI-Funktionen und Mathe-Erkennung (Klarer Sieger: GoodNotes 6)
- GoodNotes 6 setzt massiv auf Künstliche Intelligenz. Es erkennt deine eigene Handschrift und korrigiert Rechtschreibfehler im Stil deiner Handschrift!
- Es bietet interaktive Mathe-Nachhilfe: Mathematische Gleichungen werden handschriftlich erkannt, auf Fehler geprüft und Schritt für Schritt gelöst.
3. Seitenlayout (Blättern vs. Endlos-Scrollen)
- GoodNotes 6: Fokus liegt auf dem horizontalen oder vertikalen Umblättern von Seiten (wie in einem echten Buch).
- Notability: Standardmäßig ein nahtloser, endloser vertikaler Scroll-Stream. Eine Seite geht unendlich in die nächste über.
Schritt 5: Die Entscheidungshilfe – Welche App passt zu dir?
Nutze diese Checkliste für deine finale Entscheidung:
Greife zu GoodNotes 6, wenn du:
- Kein Abonnement abschließen willst und die Option eines Einmalkaufs bevorzugst.
- Ein Fan von tiefer Ordnerstruktur und hübschen Notizbuch-Covern bist.
- Viel für Prüfungen auswendig lernen musst (die Tape-Funktion und Karteikarten sind genial).
- Sehr viel mit PDF-Dokumenten arbeitest und diese wie Bücher durchblättern willst.
- Von KI-gestützter Rechtschreibprüfung und Mathe-Tools profitieren möchtest.
Greife zu Notability, wenn du:
- In Vorlesungen, Seminaren oder langen Meetings sitzt, bei denen die Audio-Synchronisation dein Leben rettet.
- Ein endloses, vertikales Scrollen bevorzugst, anstatt Seiten umzublättern.
- Eine einfache, unkomplizierte Organisation ohne endlose Unterordner suchst.
- Kein Problem mit einem jährlichen Abo-Modell hast.
- Ein minimalistisches, modernes Benutzerinterface schätzt.
Fazit
Es gibt keinen objektiven Verlierer. Wenn die Audio-Aufnahme mit Notizen-Verknüpfung für dich unverzichtbar ist, führt kein Weg an Notability vorbei. Für die meisten anderen Nutzer – insbesondere Studierende und Schüler, die ein Maximum an Organisation, Lernwerkzeugen und vor allem die Möglichkeit für einen Einmalkauf suchen – bietet GoodNotes 6 das rundere Gesamtpaket.
Tipp zum Abschluss: Lade dir beide Apps zunächst kostenlos aus dem App Store herunter. Schreibe jeweils eine Testseite und probiere das Stiftgefühl aus – oft entscheidet letztlich die persönliche Vorliebe für die Schriftglättung.