Fehlerbehebung: Inkompatible Treiber bei der Speicher-Integrität unter Windows 11 beheben
Hier ist ein ausführliches Tutorial, wie du den Fehler „Inkompatible Treiber“ bei der Speicher-Integrität (Kernisolierung) unter Windows 11 behebst.
Die Speicher-Integrität ist ein Sicherheitsfeature in Windows 11 (Teil der Kernisolierung), das verhindert, dass bösartiger Code auf hochsichere Prozesse zugreift. Oft lässt sich diese Funktion jedoch nicht aktivieren, weil veraltete oder inkompatible Treiber dies blockieren.
Dieses Tutorial zeigt dir Schritt für Schritt, wie du diese Treiber identifizierst und entfernst.
Schritt 1: Die inkompatiblen Treiber identifizieren
Bevor du etwas löschen kannst, musst du wissen, welche Treiber das Problem verursachen.
- Öffne die Einstellungen (Windows-Taste + I).
- Navigiere zu Datenschutz und Sicherheit > Windows-Sicherheit.
- Klicke auf die Schaltfläche Windows-Sicherheit öffnen.
- Gehe im linken Menü auf Gerätesicherheit.
- Klicke unter „Kernisolierung“ auf Details zur Kernisolierung.
- Versuche, den Schalter bei Speicher-Integrität auf „Ein“ zu stellen. Wenn dies fehlschlägt, erscheint ein Link: „Inkompatible Treiber überprüfen“. Klicke darauf.
- Notiere dir die Namen der Treiber. Wichtig ist vor allem der „Veröffentlichter Name“ (z. B.
oem12.inf) und der Anbietername.
Schritt 2: Treiber über den Geräte-Manager deinstallieren
Oft handelt es sich um Reste alter Hardware, die nicht mehr angeschlossen ist.
- Mache einen Rechtsklick auf den Start-Button und wähle den Geräte-Manager aus.
- Klicke im Menü oben auf Ansicht und wähle Ausgeblendete Geräte anzeigen.
- Suche in den Kategorien nach dem Gerät, das zu dem fehlerhaften Treiber gehört (z. B. alte Drucker, alte Webcam-Treiber oder virtuelle Laufwerke).
- Mache einen Rechtsklick auf das Gerät und wähle Gerät deinstallieren.
- WICHTIG: Setze den Haken bei „Treibersoftware für dieses Gerät löschen“ (falls verfügbar).
- Starte den PC neu und prüfe, ob sich die Speicher-Integrität nun aktivieren lässt.
Schritt 3: Treiber mit der Eingabeaufforderung (CMD) erzwingen löschen
Wenn der Treiber im Geräte-Manager nicht zu finden ist oder sich nicht löschen lässt, kannst du das Windows-Tool pnputil verwenden.
- Drücke die Windows-Taste und tippe cmd ein.
- Wähle Als Administrator ausführen.
- Gib folgenden Befehl ein, um sicherzugehen, dass du den richtigen Treiber ansprichst (ersetze
oemXX.infdurch den Namen aus Schritt 1):pnputil /delete-driver oemXX.inf /uninstall /forceBeispiel:pnputil /delete-driver oem12.inf /uninstall /force - Wiederhole dies für alle inkompatiblen Treiber, die in der Liste standen.
- Starte den PC neu.
Schritt 4: Die Speicher-Integrität aktivieren
- Gehe zurück zu Einstellungen > Datenschutz und Sicherheit > Windows-Sicherheit > Gerätesicherheit > Details zur Kernisolierung.
- Stelle den Schalter bei Speicher-Integrität auf Ein.
- Windows wird dich nun auffordern, den Computer neu zu starten, um die Änderungen zu übernehmen.
Alternative: Nutzung von DriverStore Explorer (für Fortgeschrittene)
Falls du viele Treiberleichen hast und die CMD-Methode zu mühsam ist, gibt es ein sehr hilfreiches Open-Source-Tool: DriverStore Explorer (RAPR).
- Lade DriverStore Explorer von GitHub herunter.
- Starte das Programm als Administrator.
- Suche in der Liste nach dem Treiber-Namen (z. B.
oem12.inf), den Windows reklamiert hat. - Markiere den Treiber und klicke rechts auf Delete Package (lösche ggf. mit der Option „Force Deletion“).
- Starte den PC neu.
Wichtige Hinweise zum Abschluss
- Vorsicht beim Löschen: Lösche keine Treiber, die für den Betrieb deines aktuellen Systems zwingend notwendig sind (z. B. Grafiktreiber oder Netzwerktreiber), außer du hast die aktuelle Version bereits zum Neuinstallieren bereitliegen.
- Treiber-Updates: Manchmal hilft es auch, auf der Website des Herstellers nach dem neuesten Windows 11-Treiber zu suchen. Wenn der Hersteller den Treiber aktualisiert hat, verschwindet die Inkompatibilitäts-Meldung oft von selbst.
- Alte Software: Oft sind Programme wie alte Versionen von Brennsoftware, Antivirenprogrammen oder Hardware-Tools von Drittanbietern schuld. Deinstalliere diese Programme komplett, falls sie nicht mehr benötigt werden.