Excel Datentabellen: Was-wäre-wenn-Analysen für eine und zwei Variablen

Melden

Hier ist ein umfassendes Tutorial zum Thema Datentabellen in Excel (Teil der Was-wäre-wenn-Analyse).


Datentabellen sind ein leistungsstarkes Werkzeug in Excel, um die Auswirkungen verschiedener Eingangswerte auf ein Ergebnis schnell zu vergleichen. Anstatt jedes Szenario einzeln einzutippen, erstellt Excel eine Übersichtstabelle für dich.


1. Datentabelle mit einer Variablen (One-Variable Data Table)

Diese Variante wird verwendet, wenn du sehen möchtest, wie sich die Änderung eines Faktors (z. B. der Zinssatz) auf ein Ergebnis (z. B. die monatliche Kreditrate) auswirkt.

Beispiel: Kreditberechnung

  • Kreditbetrag: 10.000 €
  • Laufzeit: 12 Monate
  • Zinssatz (Variabel): Wir wollen sehen, wie sich 2%, 3%, 4% etc. auswirken.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Grundmodell erstellen: Berechne dein Ergebnis in einer Zelle (z. B. mit der Formel =RMZ(Zinssatz/12; Laufzeit; -Kreditbetrag)).
  2. Werte auflisten: Schreibe die verschiedenen Werte, die du testen willst, in eine Spalte (untereinander).
  3. Formel verknüpfen: Gehe eine Zeile oberhalb deiner Werteliste und eine Spalte nach rechts. Gib dort ein = ein und klicke auf deine Original-Ergebnisformel.
  4. Bereich markieren: Markiere den gesamten Bereich (die Spalte mit den Testwerten und die Spalte mit der verknüpften Formel).
  5. Analyse starten:
    • Gehe im Menü auf Daten > Was-wäre-wenn-Analyse > Datentabelle...
  6. Eingabezelle wählen:
    • Da deine Werte in einer Spalte stehen, klicke in das Feld Eingabezelle Spalte.
    • Wähle die Zelle in deinem Grundmodell aus, die durch die Liste ersetzt werden soll (in unserem Fall die Zelle mit dem ursprünglichen Zinssatz).
  7. Bestätigen: Klicke auf OK. Excel füllt die Tabelle automatisch aus.

2. Datentabelle mit zwei Variablen (Two-Variable Data Table)

Diese Variante wird verwendet, wenn du die Auswirkungen von zwei sich ändernden Faktoren gleichzeitig analysieren möchtest (z. B. Zinssatz und Laufzeit).

Beispiel: Kreditberechnung (Fortführung)

  • Variable 1 (Spalte): Verschiedene Zinssätze (2%, 3%, 4%...).
  • Variable 2 (Zeile): Verschiedene Laufzeiten (12, 24, 36, 48 Monate).

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Struktur aufbauen:
    • Schreibe die Werte für die erste Variable in eine Spalte (z. B. Zinssätze untereinander).
    • Schreibe die Werte für die zweite Variable in die Zeile darüber, beginnend eine Spalte weiter rechts (z. B. Laufzeiten nebeneinander).
  2. Formel verknüpfen: In der Eckzelle (Schnittpunkt der Zeile und Spalte deiner neuen Matrix) gibst du = ein und verweist auf deine Original-Ergebnisformel.
  3. Bereich markieren: Markiere die gesamte Matrix (inklusive der Werteüberschriften und der Formel in der Ecke).
  4. Analyse starten:
    • Gehe zu Daten > Was-wäre-wenn-Analyse > Datentabelle...
  5. Eingabezellen zuweisen:
    • Eingabezelle Zeile: Wähle die Zelle deines Grundmodells aus, die durch die Werte in der obersten Zeile ersetzt werden soll (hier: die Laufzeit).
    • Eingabezelle Spalte: Wähle die Zelle deines Grundmodells aus, die durch die Werte in der linken Spalte ersetzt werden soll (hier: der Zinssatz).
  6. Bestätigen: Klicke auf OK. Excel erstellt ein Gitter mit allen möglichen Kombinationen.

Wichtige Tipps & Tricks

1. Tabellen automatisch aktualisieren

Datentabellen basieren auf der Formel {=TABELLE(Zeile;Spalte)}. Wenn du die Eingabewerte (z. B. die Zinssätze in deiner Liste) änderst, aktualisieren sich die Ergebnisse sofort automatisch.

2. Formatierung der Eckzelle

In einer Zwei-Variablen-Tabelle sieht die Formel in der Eckzelle oft unschön aus.

  • Trick: Klicke die Zelle an, drücke Strg + 1 (Zellen formatieren), gehe auf Benutzerdefiniert und gib als Typ ;;; (drei Semikolons) ein. Die Zahl wird unsichtbar, aber die Funktion bleibt erhalten.

3. Ergebnisse sind schreibgeschützt

Du kannst keine einzelnen Werte innerhalb der generierten Datentabelle löschen oder ändern. Wenn du die Tabelle entfernen möchtest, musst du den gesamten Ergebnisbereich markieren und löschen.

4. Rechenleistung

Bei sehr großen Datentabellen kann Excel langsam werden. Du kannst unter Formeln > Berechnungsoptionen die Option "Automatisch außer Datentabellen" wählen, um die Performance zu verbessern. Die Tabellen werden dann nur aktualisiert, wenn du F9 drückst.


Zusammenfassung: Wann nutze ich was?

  • Eine Variable: Ideal, um eine Sensitivitätsanalyse für einen Faktor zu machen (z.B. "Wie stark sinkt mein Gewinn, wenn die Rohstoffpreise steigen?").
  • Zwei Variablen: Ideal für Entscheidungsmatrizen (z.B. "Welches Abo-Modell ist bei X Nutzern und Y Laufzeit am günstigsten?").
0