Datenrettung von einem USB-Stick mit Shortcut-Virus unter Windows 10

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Hier ist ein ausführliches Tutorial, wie du deine Daten von einem USB-Stick rettest, wenn diese nur noch als Verknüpfungen (Shortcuts) angezeigt werden.

Wenn Ihre Dateien auf dem USB-Stick plötzlich nur noch als Verknüpfungen (meist mit einem kleinen Pfeil-Symbol) erscheinen und die Originaldateien verschwunden zu sein scheinen, wurden sie höchstwahrscheinlich von einem sogenannten Shortcut-Virus versteckt. Die Daten sind meist noch vorhanden, aber als Systemdateien getarnt und unsichtbar.

Diese Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie die Dateien ohne Datenverlust wieder sichtbar machen.


Methode 1: Die effektivste Lösung über die Eingabeaufforderung (CMD)

Dies ist der sicherste Weg, um die Dateiattribute zurückzusetzen, die der Virus geändert hat.

  1. USB-Stick anschließen: Stecken Sie den betroffenen USB-Stick in Ihren Windows 10 PC.
  2. Laufwerksbuchstaben merken: Öffnen Sie den "Dieser PC" (Explorer) und notieren Sie sich den Buchstaben des USB-Sticks (z. B. E:, F: oder G:).
  3. CMD öffnen:
    • Drücken Sie die Windows-Taste.
    • Tippen Sie cmd ein.
    • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf "Eingabeaufforderung" und wählen Sie "Als Administrator ausführen".
  4. Befehl eingeben: Geben Sie nacheinander folgende Befehle ein und bestätigen Sie jeden mit der Enter-Taste (ersetzen Sie X durch Ihren Laufwerksbuchstaben):
    • X: (Drücken Sie Enter)
    • attrib -h -r -s /s /d *.* (Drücken Sie Enter)

Erklärung des Befehls:

  • -h: Entfernt das Attribut "Versteckt" (hidden).
  • -r: Entfernt den Schreibschutz (read-only).
  • -s: Entfernt das Attribut "Systemdatei".
  • /s: Verarbeitet alle Dateien im aktuellen Ordner und allen Unterordnern.
  • /d: Verarbeitet auch Ordner.
  1. Prüfen: Öffnen Sie nun Ihren USB-Stick im Explorer. Ihre Dateien sollten in einem neuen Ordner (meist ohne Namen oder mit kryptischem Namen) oder direkt im Hauptverzeichnis wieder erscheinen.

Methode 2: Versteckte Dateien über den Explorer anzeigen

Falls die CMD-Methode nicht sofort alles zeigt, müssen Sie die Ansichtseinstellungen in Windows anpassen:

  1. Öffnen Sie den USB-Stick im Windows Explorer.
  2. Klicken Sie oben im Menü auf den Reiter Ansicht.
  3. Klicken Sie ganz rechts auf Optionen -> Ordner- und Suchoptionen ändern.
  4. Wechseln Sie im neuen Fenster auf den Reiter Ansicht.
  5. Suchen Sie in der Liste folgende Punkte:
    • Wählen Sie: Ausgeblendete Dateien, Ordner und Laufwerke anzeigen.
    • Entfernen Sie den Haken bei: Geschützte Systemdateien ausblenden (empfohlen).
    • Bestätigen Sie die Warnmeldung mit "Ja".
  6. Klicken Sie auf Übernehmen und OK. Nun sollten die "echten" Ordner wieder sichtbar sein.

Methode 3: Den Virus vom USB-Stick entfernen

Nachdem Sie Ihre Daten wiedersehen, ist der Virus oft noch auf dem Stick (als .exe, .vbs oder .inf Datei).

  1. Verknüpfungen löschen: Löschen Sie alle Verknüpfungs-Dateien (die mit dem Pfeilsymbol), die Sie nicht selbst erstellt haben.
  2. Unbekannte Dateien löschen: Löschen Sie verdächtige Dateien wie autorun.inf, thumb.db (falls sie verdächtig aussieht) oder .exe-Dateien, die Sie nicht kennen.
  3. Virenscan: Klicken Sie im Explorer mit der rechten Maustaste auf das USB-Laufwerk und wählen Sie "Mit Microsoft Defender scannen".

Wichtige Tipps zur Sicherheit

  • Nicht doppelklicken: Klicken Sie niemals auf die Verknüpfungen auf dem infizierten USB-Stick. Dies führt dazu, dass der Virus ausgeführt wird und sich auf Ihrem Computer ausbreitet.
  • Daten sichern: Sobald die Dateien wieder sichtbar sind, kopieren Sie diese sofort auf Ihre Festplatte.
  • Formatieren: Um sicherzugehen, dass der Virus komplett weg ist, sollten Sie den USB-Stick formatieren, nachdem Sie alle wichtigen Daten gesichert haben (Rechtsklick auf Stick -> Formatieren).

Was tun, wenn nichts hilft?

Sollten die Dateien weiterhin fehlen, könnten sie tatsächlich gelöscht worden sein. In diesem Fall hilft kostenlose Datenrettungssoftware wie Recuva oder PhotoRec, um den Stick nach gelöschten Inhalten zu scannen.

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