Wieso funktioniert die GPU-Beschleunigung in Adobe Media Encoder nicht?
- Einleitung
- Systemvoraussetzungen und Treiberprobleme
- Falsche Projekteinstellungen
- Adobe Media Encoder Einstellungen
- Konflikte mit anderen Programmen oder Hintergrundprozessen
- Hardware- oder Kompatibilitätsbeschränkungen
- Zusammenfassung
Einleitung
Die GPU-Beschleunigung in Adobe Media Encoder (AME) soll die Verarbeitungsgeschwindigkeit bei Videocodierung und -verarbeitung erhöhen, indem die Grafikkarte anstelle der CPU für bestimmte Aufgaben genutzt wird. Wenn diese Funktion jedoch nicht wie erwartet arbeitet, kann das verschiedene Ursachen haben. Im Folgenden werden die häufigsten Gründe ausführlich erläutert.
Systemvoraussetzungen und Treiberprobleme
Die GPU-Beschleunigung setzt voraus, dass Ihre Hardware von Adobe Media Encoder unterstützt wird. Dies betrifft vor allem die verwendete Grafikkarte und den entsprechenden Treiber. Für NVIDIA-GPUs muss beispielsweise ein aktueller Studio- oder Game-Ready-Treiber installiert sein, da veraltete oder unpassende Treiber die GPU-Unterstützung blockieren können. Apple-Nutzer wiederum müssen darauf achten, dass die macOS-Version und die verwendete GPU kompatibel mit der Media Encoder-Version sind.
Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Grafikkarte überhaupt von der aktuellen Adobe Media Encoder Version unterstützt wird und dass keine Konflikte mit anderen installierten Grafiktreibern vorliegen. Oft hilft es, die Treiber zu aktualisieren oder bei Problemen eine Neuinstallation durchzuführen.
Falsche Projekteinstellungen
Ein weiterer Grund, warum die GPU-Beschleunigung nicht funktioniert, sind die gewählten Projekteinstellungen im Adobe Media Encoder. Die GPU-Beschleunigung wird nur bei bestimmten Codecs und Formaten unterstützt. Beispielsweise unterstützt die Hardwarebeschleunigung beim Export häufig nur Formate wie H.264, HEVC oder bestimmte Premiere Pro Projekteinstellungen.
Wenn Ihr Projekt ein Format verwendet oder ein Codec gewählt ist, der nicht durch die GPU-Beschleunigung unterstützt wird, greift Adobe Media Encoder automatisch auf die CPU zurück. Ebenso kann es sein, dass die GPU-Beschleunigung deaktiviert ist, wenn Effekte verwendet werden, die ausschließlich CPU-basiert verarbeitet werden.
Adobe Media Encoder Einstellungen
Innerhalb von Adobe Media Encoder muss die GPU-Beschleunigung explizit aktiviert sein. In den Voreinstellungen unter Render-Einstellungen oder Renderer kann zwischen CPU- und GPU-Verarbeitung gewählt werden. Wird hier versehentlich "Software Only" oder eine CPU-basierte Option ausgewählt, findet keine GPU-Beschleunigung statt.
Ebenso sind manche Projekte oder Medienquellen möglicherweise inkompatibel mit CUDA oder OpenCL, die Schnittstellen, über die Adobe GPU-Beschleunigung anbietet. Ein Wechsel der Einstellung zu "GPU Beschleunigung" und gegebenenfalls ein Neustart der Anwendung nach Änderung kann helfen.
Konflikte mit anderen Programmen oder Hintergrundprozessen
Es kann auch vorkommen, dass andere Programme die GPU stark beanspruchen oder Sperren verursachen, was die Nutzung der GPU-Beschleunigung durch Adobe Media Encoder verhindert. Beispielsweise können Spiele, Videoschnittprogramme oder auch Mining-Software die gesamte GPU-Kapazität nutzen und somit dafür sorgen, dass AME nicht darauf zugreifen kann.
In solchen Fällen sollte man überprüfen, ob im Task-Manager bzw. Aktivitätsmonitor andere GPU-intensive Prozesse laufen und diese gegebenenfalls beenden. Außerdem kann es helfen, den Computer neu zu starten, um einen sauberen GPU-Zustand herzustellen.
Hardware- oder Kompatibilitätsbeschränkungen
Nicht jede GPU ist leistungsfähig oder kompatibel genug, um GPU-Beschleunigung in Adobe Media Encoder zu unterstützen. Ältere oder integrierte Grafiklösungen, wie die Intel HD Graphics älterer Generationen, unterstützen oft die benötigten Features nicht. Besonders wenn die GPU nur DirectX 11 oder ältere Technologien unterstützt, kann es zu Problemen kommen.
Auch bei Desktop-Rechnern mit mehreren GPUs, z. B. einer integrierten und einer dedizierten Grafikkarte, kann es sein, dass Adobe Media Encoder die falsche GPU verwendet oder die aktive GPU nicht für Rendering gewählt ist. Hier hilft es, in den Systemeinstellungen (NVIDIA Control Panel oder AMD Radeon Settings) die bevorzugte Grafikkarte für AME einzustellen.
Zusammenfassung
Die GPU-Beschleunigung in Adobe Media Encoder funktioniert oft nicht aufgrund von veralteten oder fehlenden GPU-Treibern, falschen Projekteinstellungen oder inkompatiblen Codecs. Auch falsche Renderer-Einstellungen innerhalb der Software, GPU-Auslastung durch andere Programme und hardwarebedingte Einschränkungen spielen eine Rolle. Eine genaue Analyse der genannten Punkte und das Prüfen von Treiber- und Software-Updates helfen, das Problem zu identifizieren und zu beheben.
