Wieso fehlt nach dem Backup die Bootfähigkeit der wiederhergestellten Partition?

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  1. Einleitung
  2. Die Rolle des Bootloaders und der Partition
  3. Unvollständige Sicherung von System- und Bootinformationen
  4. Abhängigkeit von Partitionstabellen und Boot-Konfigurationen
  5. Fazit

Einleitung

Es kommt häufig vor, dass nach der Wiederherstellung einer Partition aus einem Backup kein bootfähiges System mehr vorliegt. Dieses Phänomen kann für Nutzer, die sich mit Backup- und Wiederherstellungsverfahren beschäftigen, verwirrend sein. Um die Ursache zu verstehen, muss man die Zusammenhänge zwischen der Partition, dem Bootloader und der Systemkonfiguration verstehen.

Die Rolle des Bootloaders und der Partition

Eine Partition allein stellt nicht das gesamte bootfähige System dar. Die Bootfähigkeit hängt nicht nur vom Inhalt der Partition ab, sondern auch vom Bootloader, der meist außerhalb der Partition im sogenannten Master Boot Record (MBR) oder der EFI-Systempartition (ESP) liegt. Diese Bootloader-Komponenten sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass ein Rechner ein Betriebssystem starten kann, indem sie den Startprozess initialisieren und die Kontrolle an den Betriebssystemkern übergeben.

Wenn ein Backup nur die Daten der Partition einschließlich des Dateisystems und der darauf enthaltenen Dateien sichert und wiederherstellt, werden diese essentiellen Bootloader-Bereiche oft nicht mitgesichert oder wiederhergestellt. Ohne sie weiß der Computer nicht, wie er das Betriebssystem starten soll, auch wenn sich alle Systemdateien ordnungsgemäß auf der Partition befinden.

Unvollständige Sicherung von System- und Bootinformationen

Ein weiterer Grund ist, dass viele Backup-Lösungen auf Dateisystemebene arbeiten und damit lediglich einzelne Dateien sichern, aber nicht den gesamten Sektor, insbesondere den Bootsektor oder die Partitionstabelle. Diese Bereiche enthalten wichtige Informationen wie den Namen der Bootpartition und Startcode für den Bootvorgang. Fehlen diese Daten nach der Wiederherstellung, ist das System nicht mehr bootfähig.

Darüber hinaus können Einstellungen oder Konfigurationsdateien, die für die Bootfähigkeit erforderlich sind, beschädigt oder nicht wiederhergestellt werden, falls das Backup nicht konsistent oder während des laufenden Systems erstellt wurde.

Abhängigkeit von Partitionstabellen und Boot-Konfigurationen

Die Partitionstabellen (MBR oder GPT) geben an, welche Partition als aktiv und bootfähig gekennzeichnet ist. Wenn die Wiederherstellung nicht die Partitionstabellen korrekt abbildet oder eine falsche Partition als aktiv markiert wird, verweigert das System den Bootvorgang. Auch bei UEFI-Systemen ist eine korrekte EFI-Systempartition und deren Einträge wichtig, damit das BIOS das richtige Betriebssystem findet.

Fazit

Zusammenfassend fehlt nach der Wiederherstellung der Partition aus einem Backup meist die Bootfähigkeit, weil essenzielle Bootkomponenten außerhalb der Partition nicht gesichert wurden, die Partitionstabellen oder Bootloader-Informationen nicht mitgesichert oder wiederhergestellt wurden oder die Boot-Konfiguration unvollständig ist. Um dieses Problem zu vermeiden, sollte ein vollständiges Image-Backup inklusive aller Bootsektoren und Konfigurationen erstellt werden oder im Nachhinein ein Bootloader neu installiert und die Bootkonfiguration angepasst werden.

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