Wieso benötigt Flatpak so viel Speicherplatz im Vergleich zu normalen Paketen?

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  1. Grundprinzip von Flatpak und herkömmlichen Paketen
  2. Inklusive Laufzeitbibliotheken und Abhängigkeiten
  3. Sandboxing und Isolation
  4. Vermeidung von Systeminkompatibilitäten
  5. Zusammenfassung

Grundprinzip von Flatpak und herkömmlichen Paketen

Flatpak ist ein modernes Paketformat und eine Plattform für die Auslieferung und Ausführung von Anwendungen unter Linux. Im Gegensatz zu traditionellen Paketmanagern, die Anwendungen direkt in das System integrieren und auf gemeinsame Bibliotheken und Systemressourcen setzen, nutzt Flatpak ein sandboxed System. Das bedeutet, dass jede Flatpak-Anwendung in einer isolierten Umgebung läuft, mit eigenen Abhängigkeiten und Laufzeitbibliotheken. Dies fördert Sicherheit und Kompatibilität, hat aber auch Auswirkungen auf den Speicherverbrauch.

Inklusive Laufzeitbibliotheken und Abhängigkeiten

Normale Pakete verwenden in der Regel gemeinsam genutzte Bibliotheken, die zentral auf dem System installiert sind. Dadurch müssen diese Bibliotheken nur einmal auf der Festplatte vorhanden sein. Flatpak dagegen bündelt oft spezifische Versionen von Laufzeiten (wie etwa eine bestimmte Version von GTK, Qt oder anderen wichtigen Bibliotheken) zusammen mit der Anwendung. Diese Laufzeiten sind quasi selbstständige Umgebungen, die von unterschiedlichen Anwendungen genutzt werden können, doch jede Anwendung enthält dennoch häufig eigene zusätzliche Abhängigkeiten. Das führt zu mehrfachen Kopien ähnlicher Bibliotheken auf der Festplatte, da Anwendungen nicht direkt die Systembibliotheken nutzen, sondern ihre gebündelten Versionen.

Sandboxing und Isolation

Die Isolation, die Flatpak durch Sandboxing bietet, benötigt eine Menge zusätzlicher Daten und Konfigurationsdateien, um die Sicherheit und Funktionsfähigkeit der Anwendung zu gewährleisten. Die Umgebungen sind strikt voneinander getrennt, damit keine Anwendung unkontrolliert auf Systemressourcen zugreifen kann. Diese Strenge bringt zusätzlichen Speicherbedarf mit sich, da neben den eigentlichen Programmdaten auch noch die Sandbox-spezifischen Metadaten, Wrapper-Skripte sowie zusätzliche Utility-Bibliotheken vorgehalten werden müssen.

Vermeidung von Systeminkompatibilitäten

Ein weiterer Grund für die größere Größe von Flatpak-Paketen liegt in der Kompatibilität. Linux-Distributionen unterscheiden sich teils stark bezüglich der vorinstallierten Bibliothekenversionen. Flatpak stellt daher sicher, dass Anwendungen unabhängig vom Host-System immer mit den passenden Versionen ihrer Abhängigkeiten laufen können. Dies führt dazu, dass Libraries, die andernfalls vom System genutzt würden, in Flatpak-Paketen mehrfach enthalten sind, um das Risiko von Inkompatibilitäten, die bei traditionellen Paketmanagern auftreten können, zu minimieren.

Zusammenfassung

Zusammenfassend benötigt Flatpak mehr Speicherplatz als herkömmliche Pakete, weil jede Anwendung ihre eigene isolierte Umgebung mit Laufzeiten und Abhängigkeiten mitbringt. Dieses Design erhöht die Sicherheit und Portabilität von Anwendungen auf verschiedenen Linux-Systemen, führt aber zu einer größeren Datenmenge auf der Festplatte durch Duplizierung von Bibliotheken, zusätzlichen Sandbox-Komponenten und Metadaten. Dieser sehr bewusst eingegangene Kompromiss zugunsten von Isolation, Kompatibilität und Sicherheit erklärt den höheren Speicherbedarf von Flatpak-Paketen.

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