Wie wird der CO2-Footprint von Dienstleistungen im Vergleich zu physischen Produkten berechnet?

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  1. Grundlagen der CO2-Footprint-Berechnung
  2. CO2-Footprint für physische Produkte
  3. CO2-Footprint für Dienstleistungen
  4. Vergleich und methodische Unterschiede
  5. Fazit

Grundlagen der CO2-Footprint-Berechnung

Der CO2-Footprint, auch als Kohlenstoff-Fußabdruck bezeichnet, gibt die Menge an Treibhausgasemissionen an, die direkt oder indirekt durch eine Aktivität oder ein Produkt verursacht werden. Ziel ist es, die Umweltauswirkungen in Form von CO2-Äquivalenten transparent zu machen. Bei physischen Produkten bezieht sich die Berechnung meist auf die gesamte Wertschöpfungskette, vom Rohstoffabbau über Produktion, Transport, Nutzung bis hin zur Entsorgung. Dienstleistungen hingegen sind immateriell, was die Datenerfassung und die Zuordnung von Emissionen komplexer macht.

CO2-Footprint für physische Produkte

Die Ermittlung des CO2-Footprints von physischen Produkten erfolgt häufig mittels Life Cycle Assessment (LCA). Dabei werden alle relevanten Prozessschritte erfasst, von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung, den Transport, die Nutzung bis zur Entsorgung oder dem Recycling. Diese Betrachtung umfasst Energieverbrauch, Materialeinsatz und Emissionen, die bei jedem Schritt entstehen. Die Datenbasis besteht oft aus direkten Messungen, Produktionskennzahlen und standardisierten Emissionsfaktoren. Das Ergebnis ist eine Summe der gesamten Treibhausgasemissionen, meist angegeben pro Produkt- oder Mengeneinheit.

CO2-Footprint für Dienstleistungen

Dienstleistungen sind immaterielle Angebote, die oft nicht direkt mit physischem Material verbunden sind. Die Ermittlung ihres CO2-Footprints konzentriert sich deshalb auf die Ressourcen, die zur Erbringung der Dienstleistung benötigt werden. Hierzu zählen Energieverbrauch in Bürogebäuden, IT-Infrastruktur, Mobilität der Mitarbeiter, Geschäftsreisen, verwendete Materialien sowie externe Zulieferungen. Beispielsweise kann ein Beratungsunternehmen emissionsrelevante Daten durch den Stromverbrauch der Büros, den Einsatz von Computern und Datenzentren sowie den Pendelverkehr seiner Mitarbeiter erfassen. Anders als bei physischen Produkten ist der Fußabdruck hier oft zeitbezogen, etwa pro Arbeitsstunde oder Projekt.

Vergleich und methodische Unterschiede

Während bei physischen Produkten die Emissionen an konkrete Produktions- und Lieferketten gebunden sind, basieren die Berechnungen bei Dienstleistungen stärker auf Durchschnittswerten und Annahmen, da viele Prozesse indirekt erfolgen und schwer zu messen sind. Das bedeutet, dass die Quantifizierung bei Dienstleistungen oftmals aggregierte Daten nutzt, etwa den Durchschnittsverbrauch pro Quadratmeter Bürofläche oder pro Mitarbeiter, ergänzt durch spezifische Verbrauchswerte bei besonderen Aktivitäten. Zudem werden oft getrennte Betrachtungen für verschiedene Emissionsquellen angewandt, wie direkte Emissionen (Scope 1), indirekte Emissionen aus Strom (Scope 2) und weitere vor- und nachgelagerte Emissionen (Scope 3).

Fazit

Die Berechnung des CO2-Footprints von physischen Produkten gilt als vergleichsweise direkt, da der Material- und Energieeinsatz konkret und meist gut dokumentiert ist. Dienstleistungen hingegen erfordern eine komplexere, oft indirekte Betrachtung durch Abschätzung von Energie-, Material- und Mobilitätsflüssen, die zur Erbringung der Dienstleistung notwendig sind. Dies führt dazu, dass bei Dienstleistungen häufig ein stärker aggregierter und modellbasierter Ansatz zur Ermittlung des CO2-Footprints angewendet wird, während bei physischen Produkten datenintensive, kreislaufbezogene Life Cycle Assessments zum Einsatz kommen.

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