Wie konfiguriere ich in Rider die Verbindung zu einer Remote-Debugging-Sitzung?

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  1. Einleitung
  2. Vorbereitung auf dem Remote-System
  3. Erstellen einer Remote-Debug-Konfiguration in Rider
  4. Konfiguration der Verbindung
  5. Remote-Debugging starten und verbinden
  6. Problemlösungen bei Verbindungsproblemen
  7. Zusammenfassung

Einleitung

JetBrains Rider ermöglicht es, Anwendungen, die auf entfernten Systemen laufen, direkt zu debuggen. Das sogenannte Remote-Debugging ist besonders hilfreich, wenn man eine Anwendung, die z.B. auf einem Server, Container oder einer virtuellen Maschine läuft, ohne lokale Ausführung untersuchen möchte. Im Folgenden wird beschrieben, wie man eine Verbindung von Rider zu einer Remote-Debugging-Sitzung konfiguriert.

Vorbereitung auf dem Remote-System

Bevor Sie in Rider die Verbindung einrichten, müssen Sie sicherstellen, dass Ihre Anwendung auf dem Remote-System für das Debugging vorbereitet ist. Bei .NET-Anwendungen läuft das in der Regel über sogenannte debugger-attached-Sitzungen. Starten Sie Ihre Anwendung so, dass sie einen Debugger akzeptiert. Bei .NET Core ist es üblich, mit dem dotnet-Befehl und entsprechenden Debuggeroptionen zu starten oder einen Debugserver einzurichten.

Zum Beispiel können Sie für eine .NET-Anwendung die Umgebungsvariable DOTNET_REMOTE_DEBUG oder passende Remote-Debugging-Tools wie vsdbg oder ssh benötigen. Wichtig ist, dass der Debugserver bzw. das Debugging-Protokoll auf einem für Ihren Client zugänglichen Port läuft und die notwendige Firewall-Konfiguration vorhanden ist.

Erstellen einer Remote-Debug-Konfiguration in Rider

Öffnen Sie in Rider zunächst die Run/Debug-Konfigurationen. Dies gelingt über den Menüpunkt Run | Edit Configurations... oder über das Dropdown-Menü oben rechts im Fenster. Klicken Sie auf das Pluszeichen (+), um eine neue Konfiguration hinzuzufügen.

Wählen Sie nun den Typ Remote .NET (oder je nach Projekt Remote als Debug-Option) aus. Dies erzeugt eine Vorlage für eine Remote-Debugging-Sitzung.

Konfiguration der Verbindung

In den Einstellungen der neuen Remote-Konfiguration müssen Sie folgende wichtige Parameter angeben:

Host: Geben Sie die IP-Adresse oder den Hostnamen des entfernten Systems ein, auf dem die Anwendung läuft.

Port: Tragen Sie den Port ein, über den der Debugger kommuniziert. Dies muss mit dem Port des laufenden Debug-Servers auf dem Remote-System übereinstimmen.

Transport-Protokoll: Standardmäßig wird meist TCP verwendet. Stellen Sie sicher, dass dies mit der Remote-Umgebung kompatibel ist.

Weitere Optionen: Je nach Bedarf können Sie noch Timeout-Werte oder weitere Debugger-spezifische Parameter setzen. Grundsätzlich sollten Sie die Dokumentation Ihres Debuggers prüfen, um hier optimal abgestimmte Werte einzutragen.

Remote-Debugging starten und verbinden

Starten Sie zunächst Ihre Anwendung auf dem Remote-System im Debug-Modus und stellen Sie sicher, dass der Debugserver lauscht. Öffnen Sie in Rider die erstellte Remote-Konfiguration und klicken Sie auf den Debug-Button.

Rider versucht nun, eine Verbindung zum angegebenen Host und Port aufzubauen. Wenn alles korrekt konfiguriert ist, wird die Debugging-Sitzung eröffnet, Sie können Breakpoints setzen, Stacktraces einsehen und die Anwendung remote steuern.

Problemlösungen bei Verbindungsproblemen

Wenn die Verbindung scheitert, überprüfen Sie zunächst, ob die Firewall auf dem Remote-Server den Debug-Port freigegeben hat und ob der Debugserver tatsächlich läuft. Ebenso sollten Sie sicherstellen, dass Ihr lokales Netzwerk die Verbindung zulässt.

Ein häufiger Fehler ist, dass die Portnummer oder der Hostname nicht korrekt eingegeben wurde. Prüfen Sie auch, ob die Version von Rider und die Remote-Debugger kompatibel sind, insbesondere zwischen unterschiedlichen .NET SDK-Versionen.

Zusammenfassung

Die Remote-Debugging-Verbindung in JetBrains Rider setzt voraus, dass ein kompatibler Debugserver auf dem entfernten System aktiv ist, welcher auf einem TCP-Port lauscht. Durch das Erstellen einer entsprechenden Remote-Debug-Konfiguration in Rider mit Hostname und Port kann die IDE die Verbindung herstellen und die Anwendung remote debuggen. Das ermöglicht effektive Fehlersuche auch in produktionsähnlichen Umgebungen ohne lokale Ausführung.

Eine gute Dokumentation der genutzten Debugger-Tools sowie eine durchdachte Netzwerk- und Sicherheitskonfiguration sind grundlegend für ein reibungsloses Setup.

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