Wie kann ich Werbung in Apps blockieren, die kein Werbeblocker standardmäßig unterstützen?

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  1. Warum Werbung in Apps blockieren?
  2. Technische Grundlagen und Herangehensweise
  3. Werbeblocker auf Systemebene nutzen
  4. Hosts-Datei bearbeiten (Root erforderlich)
  5. Router-basierte Werbeblockierung
  6. Fazit

Warum Werbung in Apps blockieren?

Viele kostenlose Apps finanzieren sich durch Werbung. Diese Anzeigen können jedoch als störend empfunden werden, da sie das Nutzungserlebnis beeinträchtigen, den Akkuverbrauch steigern oder das Datenvolumen erhöhen. Während einige Apps integrierte Optionen bieten, Werbung zu deaktivieren – oft gegen Bezahlung – bleiben andere ohne diese Möglichkeit, weshalb Nutzer alternative Methoden suchen, um Werbung zu blockieren.

Technische Grundlagen und Herangehensweise

Werbung in Apps wird meistens über eingebettete Werbenetzwerke geladen, die URLs, Domains und Hosts nutzen, die für die Anzeige von Werbung verantwortlich sind. Um Werbung zu blockieren, muss man also diese Verbindungen unterbinden oder manipulieren. Da viele Apps keinen nativen Werbeblocker haben, hilft es, die Werbung auf Systemebene zu filtern.

Werbeblocker auf Systemebene nutzen

Eine Möglichkeit besteht darin, auf dem Smartphone oder Tablet systemweite Werbeblocker einzusetzen, die den Datenverkehr filtern, bevor die Werbung geladen wird. Hierfür eignen sich sogenannte lokale VPN-Apps oder DNS-basierte Filterlösungen.

Lokale VPN-basierte Werbeblocker wie Blokada, AdGuard oder DNS66 erzeugen eine eigene VPN-Verbindung auf dem Gerät, die den Datenverkehr analysiert und Domains, bekannt für Werbung oder Tracking, blockiert. Da die Filterung systemweit erfolgt, funktionieren diese Lösungen auch in Apps ohne eingebauten Werbeblocker.

Alternativ kann man einen DNS-Dienst nutzen, der Werbung filtert. Dabei wird in den Netzwerkeinstellungen ein DNS-Server eingetragen, der Anfragen auf Werbenetzwerke blockiert oder umleitet. Anbieter wie NextDNS oder AdGuard DNS bieten solche Funktionen an. Allerdings ist der Umfang der Blockierung hier etwas geringer als bei lokalen VPN-Werbeblockern, da nicht alle Verbindungen komplett abgefangen werden können.

Hosts-Datei bearbeiten (Root erforderlich)

Auf Android-Geräten mit Root-Zugriff kann man die /etc/hosts-Datei bearbeiten, um Werbung zu blockieren, indem man bekannte Werbe-Domains auf die lokale IP-Adresse (127.0.0.1) umleitet. Dadurch werden Aufrufe zu diesen Domains effektiv ins Leere geführt. Das Bearbeiten der Hosts-Datei erfordert technisches Verständnis und kann die Sicherheit beeinflussen.

Auf iOS-Geräten ist dies ohne Jailbreak in der Regel nicht möglich. Jailbreaks können zwar ähnliche Einstellungen erlauben, bergen jedoch Sicherheitsrisiken und werden von Apple nicht empfohlen.

Router-basierte Werbeblockierung

Eine weitere Möglichkeit ist, Werbung direkt auf Netzwerkebene zu blockieren. Dies geschieht durch das Einrichten eines DNS-Servers oder eines Filters im Heimrouter, der alle Geräte inklusive Smartphones filtert. Somit sind auch Apps auf den mobilen Geräten werbefrei, ohne dass auf jedem Gerät eine separate App installiert werden muss.

Bekannte Lösungen hierfür sind Pi-hole (ein privater DNS-Server, der Werbung blockiert) oder spezielle Router-Firmware wie DD-WRT, die integrierte Filterfunktionen bieten. Diese Methode erfordert jedoch technisches Know-how und eigenen Hardware-Zugang.

Fazit

Werbung in Apps, die keinen internen Werbeblocker bieten, lässt sich durch systemweite Filterung blockieren. Die am praktikabelsten Methode ohne Root ist der Einsatz von lokalen VPN-Werbeblocker-Apps wie Blokada oder AdGuard, die den Datenverkehr filtern und die Werbung effektiv blockieren können. Für Anwender mit technischem Hintergrund bieten das Bearbeiten der Hosts-Datei oder die Einrichtung eines privaten DNS-Servers oder Pi-hole im Heimnetzwerk sehr wirksame Alternativen. Allerdings ist bei all diesen Methoden wichtig, mögliche Einschränkungen bei der Funktionalität der Apps und rechtliche Hinweise zu beachten, da einige Apps das Blockieren von Werbung eventuell in ihren Nutzungsbedingungen untersagen.

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