Wie kann ich verhindern, dass das Spiel im Hintergrund geschlossen wird?

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  1. Hintergrund und Problemstellung
  2. Verhindern des Schließens im Web (Browser)
  3. Verhindern des Schließens auf Desktop-Systemen
  4. Verhindern des Schließens auf mobilen Plattformen
  5. Allgemeine Tipps zur Verhinderung des unerwünschten Schließens

Hintergrund und Problemstellung

Wenn ein Spiel im Hintergrund läuft, kann es durch das Betriebssystem oder durch das Schließen der Anwendung durch den Nutzer beendet werden. Insbesondere auf mobilen Geräten und manchen Betriebssystemen werden Hintergrundanwendungen automatisch beendet, um Ressourcen zu sparen. Um zu verhindern, dass das Spiel unerwartet geschlossen wird, sind verschiedene Herangehensweisen notwendig, abhängig von der Plattform, auf der das Spiel läuft, und der Art des Spiels (z. B. Web, Desktop, Mobile).

Verhindern des Schließens im Web (Browser)

Browseranwendungen sind stark eingeschränkt, wenn es darum geht, die Kontrolle über das Schließen oder das Verlassen der Seite zu haben. Trotzdem kann man den Nutzer mit einem Warnhinweis darauf aufmerksam machen, dass beim Schließen Daten verloren gehen könnten. Hierzu wird das Ereignis beforeunload verwendet, welches eine Dialogbox zeigt, die den Nutzer fragt, ob er wirklich die Seite verlassen möchte. Das verhindert zwar nicht vollständig das Schließen, dient aber als wichtiger Hinweis.

Beispiel einer Javascript-Implementierung:

window.addEventListener(beforeunload, function (e) { e.preventDefault(); e.returnValue = ;});

Diese Technik ist nützlich für Webspiele, aber es gibt keine Möglichkeit, das tatsächliche Schließen komplett zu verhindern.

Verhindern des Schließens auf Desktop-Systemen

Bei Desktop-Spielen, die mit Frameworks wie Unity, Unreal Engine oder eigenen Fenstern laufen, hat man mehr Kontrolle. Man kann an das Fenster schließen-Ereignis einen Event-Handler anbinden, der z. B. eine Rückfrage stellt oder das Schließen verhindert, wenn der Spieler wichtige Aktionen noch nicht abgeschlossen hat. Unter Windows beispielsweise kann man Nachrichten wie WM_CLOSE abfangen und dort entscheiden, ob das Spiel beendet wird.

In Unity z. B. kann man den Befehl Application.wantsToQuit verwenden, um das Beenden zu verhindern:

using UnityEngine;public class QuitHandler : MonoBehaviour{ void OnEnable() { Application.wantsToQuit += OnApplicationWantsToQuit; } void OnDisable() { Application.wantsToQuit -= OnApplicationWantsToQuit; } bool OnApplicationWantsToQuit() { // Rückfrage einbauen oder Bedingungen prüfen bool darfSchliessen = /* Bedingung */; if (!darfSchliessen) { // Spieler möchte das Spiel nicht schließen, also Abbruch return false; } return true; }}

Diese Methode gibt volle Kontrolle und verhindert, dass das Spiel unbeabsichtigt schließt.

Verhindern des Schließens auf mobilen Plattformen

Mobile Betriebssysteme wie iOS und Android verwalten Hintergrundanwendungen aggressiv, um Akku und Ressourcen zu sparen. Du kannst nicht verhindern, dass das System eine App schließt, wenn der Nutzer das will oder wenn die Ressourcensituation es erfordert. Allerdings kannst du sicherstellen, dass der Spielzustand korrekt gespeichert wird, wenn die App in den Hintergrund geht oder geschlossen wird, damit beim nächsten Start alles wiederhergestellt wird.

Dies geschieht beispielsweise über die Lebenszyklus-Events einer App. Bei Unity kann man die Methode OnApplicationPause oder OnApplicationFocus nutzen, um den Zustand zu sichern. In Android- und iOS-Nativen Apps verwendet man die jeweiligen Lifecycle-Methoden, um Daten zu speichern. Somit wird das Verlustproblem minimiert, auch wenn das Schließen unvermeidlich ist.

Allgemeine Tipps zur Verhinderung des unerwünschten Schließens

Zusätzlich zur technischen Absicherung hilft es, den Nutzer im Spiel auf wichtige Aktionen hinzuweisen und vor Datenverlust zu warnen. Automatisches Speichern, Feedback bei Abbruchversuchen und vernünftiges Ressourcen-Management tragen dazu bei, dass das Spiel auch beim Schließen oder Wechsel in den Hintergrund nicht verloren geht.

Zusammenfassend lassen sich aber System-bedingte Einschränkungen nicht komplett umgehen. Das beste Vorgehen ist, den Entwickler und Nutzer gemeinsam darauf vorzubereiten und technisch korrekt darauf zu reagieren.

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