Wie kann ich USB-Geräte in GNOME Boxes an meine virtuelle Maschine durchreichen?

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  1. Einleitung
  2. Grundlagen und Voraussetzungen
  3. USB-Geräte per GNOME Boxes GUI durchreichen
  4. USB-Geräte per libvirt/QEMU-Konfiguration durchreichen
  5. Alternative Möglichkeiten und Tipps
  6. Zusammenfassung

Einleitung

GNOME Boxes ist eine benutzerfreundliche Anwendung zur Verwaltung und Ausführung von virtuellen Maschinen unter Linux. Eine häufige Anforderung ist es, USB-Geräte aus dem Host-System an die virtuelle Maschine weiterzureichen, um diese dort direkt verwenden zu können. Im Gegensatz zu komplexeren Virtualisierungswerkzeugen wie Virt-Manager oder VirtualBox bietet GNOME Boxes eine einfachere, aber auch eingeschränktere Oberfläche, die das direkte Durchreichen von USB-Geräten etwas komplizierter gestaltet.

Grundlagen und Voraussetzungen

Bevor USB-Geräte in GNOME Boxes durchgereicht werden können, ist es wichtig, sicherzustellen, dass die virtuelle Maschine im Modus virgl oder qxl läuft und dass libvirt sowie QEMU korrekt installiert sind. GNOME Boxes verwendet QEMU/KVM als Hypervisor im Hintergrund. Um USB-Geräte durchzureichen, muss der Benutzer über geeignete Berechtigungen verfügen, damit der virtuelle Maschinenprozess auf die USB-Geräte zugreifen kann.

Zusätzlich sollte die virtuelle Maschine bereits laufen oder zumindest gestartet werden können. Die USB-Geräte sollten physisch am Host-System angeschlossen sein und erkannt werden (z.B. über den Befehl lsusb im Terminal überprüfbar).

USB-Geräte per GNOME Boxes GUI durchreichen

Direkt in der GNOME Boxes Benutzeroberfläche gibt es keine direkte, offensichtliche Möglichkeit, USB-Geräte gezielt auszuwählen und durchzureichen, wie man es vielleicht von anderen Virtualisierungsprogrammen kennt. Die Anwendung hat eine bewusst schlanke Oberfläche und bietet den USB-Durchreichungssupport nur rudimentär an.

Die Vorgehensweise kann so aussehen, dass beim Starten der virtuellen Maschine das angeschlossene USB-Gerät eventuell automatisch erkannt und durchgereicht wird. Manche Nutzer berichten, dass USB-Geräte, die neu angesteckt werden, während die VM läuft, von der VM automatisch genutzt werden können – dies hängt aber stark vom verwendeten USB-Gerät und der VM-Konfiguration ab.

USB-Geräte per libvirt/QEMU-Konfiguration durchreichen

Für eine sicherere und gezieltere USB-Durchreichung empfiehlt sich der Umweg über die libvirt-XML-Datei der jeweiligen VM, da GNOME Boxes diese nutzt und auch mit libvirt kompatibel ist. Dabei muss die VM einmal beendet werden.

Im Terminal kann mit dem Befehl virsh edit die XML-Konfiguration der virtuellen Maschine geöffnet werden. Dort kann man einen USB-Host-Geräteblock hinzufügen, der etwa so aussieht:

<hostdev mode=subsystem type=usb managed=yes> <source> <vendor id=0x1234/> <product id=0xabcd/> </source></hostdev>

Die Vendor- und Produkt-IDs können mit lsusb auf dem Host ermittelt werden. Nach dem Speichern der Änderungen kann die VM mit GNOME Boxes gestartet werden und sollte dadurch Zugriff auf das USB-Gerät bekommen.

Alternative Möglichkeiten und Tipps

Falls der direkte Weg über GNOME Boxes nicht ausreicht oder zu kompliziert erscheint, kann man auch virt-manager installieren und nutzen, um die gleiche VM zu verwalten und dabei den USB-Durchreichungsvorgang komfortabler zu gestalten. Die gleiche virtuelle Maschine, die in GNOME Boxes erstellt wurde, lässt sich meist problemlos auch in virt-manager öffnen.

Ein weiterer Tipp ist, sicherzustellen, dass auf dem Host die richtigen Gruppen- und Zugriffsrechte für USB-Geräte gesetzt sind, damit der Benutzer und der QEMU-Prozess Zugriff erhalten. Ohne passende Rechte ist eine USB-Durchreichung nicht möglich.

Zusammenfassung

GNOME Boxes bietet keine explizite und einfache grafische Option, um USB-Geräte an virtuelle Maschinen durchzureichen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, dies entweder durch automatisches Erkennen beim Anstecken der Geräte während der VM-Ausführung oder durch manuelle Anpassungen der libvirt-XML-Konfigurationsdatei zu bewerkstelligen. Für komfortablere USB-Durchreichung kann auch der Einsatz von virt-manager neben GNOME Boxes empfohlen werden.

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