Wie kann ich Termux mit einer grafischen Oberfläche (z. B. XServer) betreiben?

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  1. Einleitung
  2. Installation und Vorbereitung
  3. Installation des XServers (XServer XSDL)
  4. Konfiguration von Termux für die grafische Anzeige
  5. Starten der grafischen Oberfläche
  6. Alternative und Tunnel-Verbindung
  7. Zusammenfassung

Einleitung

Termux ist eine sehr leistungsfähige Linux-Umgebung für Android. Standardmäßig arbeitet Termux nur mit der Kommandozeile, doch es ist möglich, eine grafische Oberfläche unter Termux einzurichten. Dafür wird ein XServer auf dem Android-Gerät benötigt. In der Regel nutzt man eine App wie XServer XSDL oder UserLAnd als XServer-Client, um grafische Programme aus Termux darzustellen. Im Folgenden wird beschrieben, wie man Termux mit einer grafischen Oberfläche verbindet und typische Probleme vermeidet.

Installation und Vorbereitung

Zunächst muss natürlich Termux aus dem Google Play Store oder F-Droid installiert werden. Anschließend ist es ratsam, die Pakete des Termux-Systems zu aktualisieren, indem man im Terminal pkg update && pkg upgrade eingibt. Danach muss man das Paket x11-repo hinzufügen, in dem man den Befehl pkg install x11-repo ausführt, da sich viele grafische Programme dort befinden.

Nun folgt die Installation eines Fenstermanagers, eines XServers und weiterer benötigter Komponenten. Am gebräuchlichsten ist es, den Fenstermanager fluxbox oder openbox zu verwenden sowie den XServer-Client XServer XSDL außerhalb von Termux auf dem Android-System zu installieren.

Installation des XServers (XServer XSDL)

Im Google Play Store oder bei F-Droid lädt man die App XServer XSDL herunter. Diese App stellt einen XServer bereit, der Eingaben entgegen nimmt und das grafische Bild auf dem Android-Gerät darstellt. Nach dem Start der App öffnet sich ein XServer-Fenster mit einer Pixeltiefe und Auflösung, die für Anwendungen verwendet werden kann.

Wichtig ist, dass man die XServer XSDL-App einmal geöffnet und die Auflösung sowie Farbqualität notiert, da diese Angaben später in Termux zur Verbindung benötigt werden.

Konfiguration von Termux für die grafische Anzeige

Jetzt muss in Termux die Umgebungsvariable DISPLAY gesetzt werden, damit Programme wissen, wohin sie ihre Fenster senden. Je nach Android-Version und Netzwerkverbindung (z. B. localhost oder adb-Tunnel) ist die Einstellung unterschiedlich. Für gewöhnlich wird folgende Umgebungsvariable verwendet:

export DISPLAY=:0

In einigen Fällen ist auch 127.0.0.1:0 oder die IP-Adresse des Android-Geräts erforderlich, wenn man über ein TCP/IP-Netzwerk arbeitet.

Danach installiert man einen Fenstermanager mit dem Befehl pkg install fluxbox oder einem anderen gewünschtem Fenstermanager. Zusätzlich braucht man eine grafische Oberfläche oder Anwendungen, die mit X11 arbeiten, z. B. X11-Apps oder grafische Editoren.

Starten der grafischen Oberfläche

Um die grafische Oberfläche zu starten, öffnet man zuerst die App XServer XSDL, damit der XServer läuft. Danach wechselt man in Termux und startet den Fenstermanager mit:

fluxbox &

Das Zeichen & sorgt dafür, dass die Anwendung im Hintergrund läuft und die Eingabeaufforderung frei bleibt. Nun kann man grafische Programme wie xeyes, xclock oder grafische Editoren starten, die sich dann in der Oberfläche von XServer XSDL anzeigen.

Alternative und Tunnel-Verbindung

Wenn der direkte Zugang zu DISPLAY=:0 nicht funktioniert, kann man auch eine Verbindung über einen Pipe- oder TCP-Tunnel aufbauen. Dazu eignet sich ein SSH-Tunnel, der X11-Daten an die lokale Adresse leitet. Meist ist dafür jedoch Root-Zugriff oder ein spezielles Setup notwendig und ist für normale Nutzer ohne zusätzliche Anpassungen komplizierter.

Zusammenfassung

Um Termux mit einer grafischen Oberfläche zu betreiben, installiert man zunächst den XServer XSDL auf dem Android-Gerät und startet ihn. Dann installiert man in Termux die notwendigen Pakete wie x11-repo und einen Fenstermanager, setzt die Umgebungsvariable DISPLAY entsprechend und startet den Fenstermanager. Dadurch können grafische Programme über den XServer auf dem Android-Display dargestellt werden. Mit ein wenig Übung lassen sich so viele Linux-Programme mit grafischen Oberflächen auch mobil benutzen und nutzen.

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