Wie kann ich mehrere Compiler in CLion parallel verwenden und konfigurieren?

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  1. Einführung
  2. Toolchains einrichten
  3. CMake Profile konfigurieren
  4. Parallelität und Build-Ausgaben steuern
  5. Anmerkungen zur Build-Konfiguration und Umgebungsvariablen
  6. Fazit

Einführung

CLion ist eine leistungsstarke Entwicklungsumgebung für C und C++, die standardmäßig den eingebauten CMake-Integrationsmechanismus nutzt, um Projekte zu verwalten und zu bauen. In vielen Entwicklungsprojekten ist es jedoch häufig nötig, verschiedene Compiler parallel zu verwenden, beispielsweise um auf unterschiedliche Plattformen zu zielen oder verschiedene Compiler-Features zu testen. CLion unterstützt dies durch die Konfiguration mehrerer Toolchains und CMake-Profile, die flexibel zwischen verschiedenen Compilern wechseln können.

Toolchains einrichten

Um verschiedene Compiler parallel benutzen zu können, müssen zunächst für jeden Compiler eigene Toolchains in CLion eingerichtet werden. Eine Toolchain beschreibt in CLion die Kombination aus Compiler, Debugger und Build-Tools. Diese Konfiguration ist unter File > Settings > Build, Execution, Deployment > Toolchains (bzw. auf macOS unter CLion > Preferences) zu finden.

Hier kann man neue Toolchains anlegen, indem man auf das Pluszeichen klickt und für jede beliebige Compiler-Version (z.B. GCC 9, GCC 12, Clang 14 etc.) den jeweiligen Pfad zu gcc, g++, clang oder anderen Compilern angibt. Ebenso müssen Pfade zu Debuggern (z.B. GDB oder LLDB) angegeben werden, damit Debugging funktioniert.

Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die gewählten Compiler kompatibel mit dem System und dem CMake-Projekt sind. Auch können verschiedene Compiler unterschiedliche Umgebungen oder Umgebungsvariablen benötigen.

CMake Profile konfigurieren

In CLion wird der Build-Prozess grundsätzlich über CMake gesteuert. Für unterschiedliche Compiler wird daher empfohlen, für jede Toolchain ein separates CMake "Profil" anzulegen. Die Profile kann man unter File > Settings > Build, Execution, Deployment > CMake konfigurieren.

Hier lässt sich für jedes Profil eine andere Toolchain auswählen. Das bedeutet, dass man pro Profil den vorher definierten Compiler sowie dessen zugehörige Toolchain angeben kann. Man kann also zum Beispiel ein Profil "Debug-GCC9" und eines "Release-Clang14" anlegen, die jeweils unterschiedliche Compiler und Build-Typen verwenden.

Nachdem man mehrere Profile angelegt hat, steht es frei, per Dropdown-Menü in der CLion-Toolbar zwischen den Profilen hin und her zu wechseln, um entweder mit dem GCC oder dem Clang-Compiler zu bauen.

Parallelität und Build-Ausgaben steuern

Um tatsächlich parallel mit mehreren Compilern zu arbeiten, etwa um gleichzeitig Builds anzustoßen, bietet CLion derzeit keine Möglichkeit, mehrere Builds vollständig parallel im selben Projekt auszuführen. Stattdessen konfiguriert man wie beschrieben verschiedene Profile, wählt eins aus und startet den Build. Um mit einem anderen Compiler zu bauen, wechselt man das Profil.

Wenn wirklich paralleler Build mit verschiedenen Compilern notwendig ist, bietet es sich an, mehrere CLion-Fenster mit verschiedenen Profilen und entsprechenden Build-Verzeichnissen zu öffnen. Denn in den jeweiligen CMake-Profilen ist jeweils ein eigener Build-Ordner definiert, der den Buildoutput getrennt hält, sodass Builds nicht kollidieren.

Anmerkungen zur Build-Konfiguration und Umgebungsvariablen

Man sollte auch darauf achten, Umgebungsvariablen und Compiler-Flags gezielt pro CMake-Profil zu setzen bzw. über CMakeLists.txt differenzierte Einstellungen vorzunehmen. Wenn man beispielsweise unterschiedliche Standards (z.B. -std=c++11 vs. -std=c++17) oder weitere spezifische Optionen je Compiler verwendet, lassen sich diese über Bedingungen im CMake-Skript steuern.

Alternativ können spezielle Umgebungsvariablen im Profil (im Reiter "Environment") definiert werden, um die Kompilierung weiter zu beeinflussen.

Fazit

CLion unterstützt die parallele Verwendung mehrerer Compiler über die Einrichtung separater Toolchains und CMake-Profile. Durch die Konfiguration verschiedener Toolchains, die jeweils auf unterschiedliche Compiler verweisen, und die Anlage von CMake-Build-Profilen, die diese Toolchains auswählen, lässt sich einfach zwischen unterschiedlichen Compilern wechseln. Um tatsächlich Builds parallel zu nutzen, empfiehlt es sich, mehrere CLion-Instanzen mit getrennten Profilen und Build-Verzeichnissen zu verwenden. Mit diesen Mechanismen können Entwickler flexibel verschiedene Compiler-Versionen und -Optionen innerhalb desselben Projekts einsetzen und testen.

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