Wie kann ich eine ISO-Datei in QEMU einbinden?
- Einführung
- Vorbereitung der ISO-Datei
- QEMU starten und die ISO-Datei einbinden
- Alternative Methode mit -drive-Option
- QEMU mit grafischer Oberfläche oder ohne
- Zusammenfassung
- Beispiel für einen vollständigen Startbefehl
Einführung
QEMU ist ein leistungsfähiger Emulator und Virtualisierer, der es ermöglicht, verschiedene Betriebssysteme in virtuellen Maschinen zu starten. Um beispielsweise ein Betriebssystem aus einer ISO-Datei zu installieren oder zu testen, müssen Sie die ISO-Datei als virtuelles CD/DVD-Laufwerk in die QEMU-VM einbinden. Dabei wird die ISO-Datei als optisches Laufwerk gemounted und das Gast-Betriebssystem kann darauf zugreifen.
Vorbereitung der ISO-Datei
Stellen Sie sicher, dass Sie eine gültige ISO-Datei vorliegen haben. Diese Datei sollte sich an einem bekannten Ort auf Ihrem Host-System befinden. Beispielhaft nehmen wir an, die ISO-Datei heißt diskimage.iso und liegt im Verzeichnis /home/benutzer/iso.
QEMU starten und die ISO-Datei einbinden
Beim Starten von QEMU verwenden Sie die Kommandozeilenoption -cdrom, um die ISO-Datei als CD-ROM-Laufwerk einzubinden. Zusätzlich benötigen Sie die Option -boot d, falls Sie von der ISO booten wollen. Das typische Minimalbeispiel sieht so aus:
qemu-system-x86_64 -m 2048 -cdrom /home/benutzer/iso/diskimage.iso -boot d -hda /pfad/zur/virtuellen/festplatte.imgHierbei bewirkt -m 2048, dass der virtuellen Maschine 2048 MB RAM zugewiesen werden, während -cdrom die ISO-Datei als optisches Laufwerk bereitstellt. -boot d sorgt dafür, dass von diesem Laufwerk gebootet wird, und -hda gibt eine virtuelle Festplatte an.
Alternative Methode mit -drive-Option
QEMU erlaubt auch die Einbindung der ISO-Datei mit der flexibel konfigurierbaren Option -drive. Diese Methode ist besonders nützlich, wenn Sie weitere Details angeben wollen wie z. B. den Medientyp, Lesemodus oder das Interface. Ein Beispiel:
qemu-system-x86_64 -m 2048 -drive file=/home/benutzer/iso/diskimage.iso,media=cdrom,readonly=on -boot d -hda /pfad/zur/virtuellen/festplatte.imgHierbei wird die ISO-Datei als CD-ROM-Laufwerk mit Schreibschutz eingebunden. Das ist oft empfehlenswert, da ISO-Images von Haus aus schreibgeschützt sind. Gleichzeitig hat man mit -drive mehr Kontrolle über die Einbindung als mit -cdrom.
QEMU mit grafischer Oberfläche oder ohne
Standardmäßig öffnet QEMU beim Aufruf ein Fenster, in dem Sie die virtuelle Maschine sehen und bedienen können. Wenn Sie QEMU ohne grafische Oberfläche starten möchten, beispielsweise bei einem Server oder wenn Sie eine reine Kommandozeilen-VMspflege vornehmen, können Sie die Option -nographic ergänzen. Denken Sie aber daran, dass das CD-ROM-Laufwerk dann nur über das Gastbetriebssystem erreichbar ist und Sie keine grafische Installation vornehmen können.
Zusammenfassung
Das Einbinden einer ISO-Datei in QEMU erfolgt am häufigsten mit der Option -cdrom, die die Datei als virtuelle CD/DVD bereitstellt. Für mehr Flexibilität empfiehlt sich die Verwendung von -drive mit angepassten Parametern. Wichtig ist auch, die Bootreihenfolge via -boot d so zu setzen, dass von der ISO gebootet wird. Im Idealfall haben Sie vorher eine virtuelle Festplatte angelegt, auf der das Betriebssystem installiert wird.
Beispiel für einen vollständigen Startbefehl
Ein gängiger Startbefehl könnte so aussehen:
qemu-img create -f qcow2 meine_vm.img 20Gqemu-system-x86_64 -m 2048 -drive file=meine_vm.img,format=qcow2 -cdrom /home/benutzer/iso/ubuntu.iso -boot d
qemu-system-x86_64 -m 2048 -drive file=meine_vm.img,format=qcow2 -cdrom /home/benutzer/iso/ubuntu.iso -boot d
Hiermit erzeugen Sie zunächst mit qemu-img eine 20 GB große virtuelle Festplatte im QCOW2-Format und starten dann die VM, die von der Ubuntu-ISO bootet und die virtuelle Festplatte benutzt.
