Wie funktioniert die Erkennung von RAM-Timings in CPU-Z?
- Grundlagen der RAM-Timings
- Erfassung der Speicherinformationen durch CPU-Z
- Auslesen des Serial Presence Detect (SPD) EEPROM
- Interpretation und Darstellung der Timings
- Berücksichtigung der konfigurierten Timings im BIOS/UEFI
- Zusammenfassung
Grundlagen der RAM-Timings
RAM-Timings sind eine Reihe von numerischen Parametern, die beschreiben, wie schnell der Arbeitsspeicher (RAM) innerhalb eines Computers auf Befehle reagiert. Diese Timings geben an, wie viele Taktzyklen für bestimmte Speicheroperationen benötigt werden, beispielsweise für das Lesen oder Schreiben von Daten. Typische Werte sind CAS Latency (CL), RAS to CAS Delay (tRCD), Row Precharge Time (tRP) und RAS Active Time (tRAS). Die genaue Kenntnis dieser Werte ist wichtig, um die Leistungsfähigkeit und Kompatibilität des Speichersystems zu verstehen.
Erfassung der Speicherinformationen durch CPU-Z
CPU-Z ist ein populäres Diagnosetool, das detaillierte Informationen über die Hardwarekonfiguration eines Rechners ausgibt, darunter auch die RAM-Timings. Die Software greift auf spezielle Schnittstellen und Systemressourcen zu, um Rohdaten über den installierten Speicher zu sammeln. Dazu gehört vor allem das Auslesen der Informationen, die im SPD (Serial Presence Detect) der RAM-Module gespeichert sind. SPD ist ein EEPROM-Chip auf jedem Speicherstick, der Herstellerangaben, Kapazität, Geschwindigkeiten und Timings in maschinenlesbarer Form enthält.
Auslesen des Serial Presence Detect (SPD) EEPROM
Beim Start des Programms oder beim Aktualisieren der Anzeige liest CPU-Z die auf dem SPD-Chip abgelegten Daten aus. Um dies zu ermöglichen, kommuniziert die Software direkt mit dem Memory Controller und verwendet dabei standardisierte Protokolle wie I2C (Inter-Integrated Circuit), über die der Speichercontroller das SPD auslesen kann. Diese Daten liegen in einem proprietären Format vor, das Informationen zu verschiedenen Frequenzen und den jeweils unterstützten Timings enthält.
Interpretation und Darstellung der Timings
Nach dem erfolgreichen Auslesen der Rohdaten interpretiert CPU-Z die verschiedenen Speicherparameter gemäß den Spezifikationen der JEDEC oder der jeweiligen Herstellerprofile (XMP – Extreme Memory Profile). Das Programm berechnet daraus die tatsächlichen Timings, beispielsweise CL, tRCD, tRP und tRAS, bei der operativen Frequenz des jeweiligen Moduls. Diese Werte werden im Programm dann anschaulich dargestellt, sodass der Nutzer einen Überblick über die tatsächlichen Timings und die verwendeten Speicherfrequenzen bekommt.
Berücksichtigung der konfigurierten Timings im BIOS/UEFI
Es ist wichtig zu erwähnen, dass CPU-Z neben den von SPD ausgelesenen Standardtimings auch die aktuell im BIOS/UEFI konfigurierten Timings berücksichtigt. Der Speichercontroller des Prozessors läuft mit den Timings, die das System beim Booten setzt. Daher zeigt CPU-Z oftmals die tatsächlich verwendeten Timings an, die von den SPD-Werten abweichen können, beispielsweise wenn die XMP-Profile aktiviert oder manuelle Einstellungen vorgenommen wurden. Hierbei werden die Register des Speichercontrollers direkt abgefragt.
Zusammenfassung
Die Erkennung der RAM-Timings in CPU-Z erfolgt durch das Auslesen der Informationen, die im SPD-Chip jedes RAM-Moduls gespeichert sind, sowie durch direkte Abfrage der Speichercontroller-Register, die die aktuellen Betriebstaktzeiten definieren. CPU-Z interpretiert diese Daten nach anerkannten Spezifikationen und zeigt dem Nutzer die realen und möglichen Timings des Arbeitsspeichers an. Dadurch erhält man einen fundierten Einblick in die Leistungsparameter des RAM und dessen Konfiguration im System.
