Wie aktiviere ich die 3D-Grafikbeschleunigung in einer virtuellen Maschine?
- Einleitung
- Vorbereitungen
- Aktivierung in VirtualBox
- Aktivierung in VMware
- Aktivierung in Hyper-V
- Innerhalb des Gastsystems
- Zusammenfassung
Einleitung
Die Aktivierung der 3D-Grafikbeschleunigung in einer virtuellen Maschine ermöglicht es der VM, die Grafikleistung durch Nutzung der Hardwarebeschleunigung des Host-Systems zu verbessern. Dadurch können grafikintensive Anwendungen wie Spiele, CAD-Programme oder Multimedia-Anwendungen flüssiger und mit besserer Qualität ausgeführt werden. Je nach eingesetzter Virtualisierungssoftware unterscheiden sich die Schritte und Optionen zur Aktivierung dieser Funktion.
Vorbereitungen
Bevor man die 3D-Grafikbeschleunigung aktiviert, sollte man sicherstellen, dass die Hardware des Host-Systems (also der Computer, auf dem die virtuelle Maschine läuft) eine Unterstützung für Hardware-Grafikbeschleunigung bietet und die entsprechenden Treiber installiert sind. Moderne Grafikkarten von Herstellern wie NVIDIA, AMD oder Intel unterstützen diese Funktion standardmäßig. Außerdem sollte die Virtualisierungssoftware auf dem neuesten Stand sein, um Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden.
Aktivierung in VirtualBox
Um die 3D-Grafikbeschleunigung in Oracle VM VirtualBox zu aktivieren, öffnet man zunächst den VirtualBox Manager und wählt die gewünschte virtuelle Maschine aus. Danach klickt man auf Ändern oder Einstellungen und navigiert zum Reiter Anzeige. Unter diesem Reiter findet sich eine Option namens 3D-Beschleunigung aktivieren, die man per Checkbox aktiviert. Zusätzlich kann man die Menge des Videospeichers erhöhen, um eine bessere Performance zu erreichen. Diese Einstellungen werden wirksam, sobald die virtuelle Maschine neu gestartet wurde. Innerhalb der Gast-VM ist es anschließend oft nötig, die Gasterweiterungen zu installieren, da diese für die Unterstützung der 3D-Beschleunigung benötigt werden.
Aktivierung in VMware
In VMware Workstation oder VMware Player erreicht man die 3D-Beschleunigung, indem man die virtuelle Maschine ausschaltet und dann in die Einstellungen geht. Unter dem Menüpunkt Anzeige oder Grafik gibt es eine Option Hardwaregrafikbeschleunigung aktivieren oder Beschleunigte 3D-Grafik aktivieren. Diese Option sollte aktiviert werden. VMware empfiehlt zudem, den Accelerate 3D graphics-Schalter zu aktivieren und falls möglich, die Grafikkartentreiber innerhalb der VM zu installieren und zu aktualisieren. Auch hier ist ein Neustart der VM notwendig, damit die Änderungen wirksam werden.
Aktivierung in Hyper-V
Microsoft Hyper-V unterstützt keine native 3D-Grafikbeschleunigung wie VirtualBox oder VMware. Es gibt jedoch Lösungen wie die Nutzung von RemoteFX (deprecated) oder Discrete Device Assignment (DDA), um eine GPU direkt an die VM durchzureichen. Für die meisten Zwecke empfiehlt sich stattdessen die Verwendung von RDP (Remotedesktop-Protokoll) mit aktiviertem GPU-Rendering. Alternativ können Sie prüfen, ob Ihre Umgebung mit GPU-Passthrough oder anderen Technologien kompatibel ist, um eine Art von 3D-Beschleunigung zu realisieren. Die Einrichtung dieser Techniken ist jedoch komplex und erfordert tiefere Kenntnisse über Hyper-V und die Hardware.
Innerhalb des Gastsystems
Nachdem die 3D-Beschleunigung auf der Ebene der Virtualisierungssoftware aktiviert wurde, ist es wichtig, im Gastsystem selbst die passenden Treiber zu installieren. Gerade bei Windows-Gastsystemen werden die Gasterweiterungen oder VMware Tools benötigt, um die Grafiktreiber zu ergänzen und so die Hardwarebeschleunigung nutzen zu können. Bei Linux-Gästen erfolgt die Installation meist über spezielle Pakete der jeweiligen Virtualisierungssoftware (z.B. virtualbox-guest-utils) und eventuell durch Installation von OpenGL oder Vulkan-Bibliotheken zur optimalen Nutzung der 3D-Grafik.
Zusammenfassung
Das Aktivieren der 3D-Grafikbeschleunigung in einer virtuellen Maschine erfolgt in der Regel durch eine Option in den Anzeige- oder Grafik-Einstellungen der Virtualisierungssoftware. Nach der Aktivierung müssen meist die entsprechenden Gasterweiterungen oder Treiber innerhalb des Gastsystems installiert und die VM neu gestartet werden. Die tatsächlichen Möglichkeiten und Verfahren können je nach Virtualisierungsplattform stark variieren. Hyper-V hat beispielsweise keine einfache 3D-Beschleunigung im Standardumfang, während VirtualBox und VMware dies über einfache Checkboxen und Treiberlösungen ermöglichen.
