Was sind die Ursachen von Quincke-Ödem?

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  1. Allergische Reaktionen als Ursache
  2. Medikamenteninduzierte Ursachen
  3. Genetische und idiopathische Ursachen
  4. Zusammenfassung

Das Quincke-Ödem, in der medizinischen Fachsprache auch als Angioödem bezeichnet, ist eine lokale Schwellung der Haut und Schleimhäute, die plötzlich auftritt und meist schmerzlos ist. Es kann verschiedene Ursachen haben, die sich insgesamt in allergische, medikamentenbedingte oder idiopathische (unbekannte) Auslöser unterteilen lassen.

Allergische Reaktionen als Ursache

Eine der häufigsten Ursachen für ein Quincke-Ödem sind allergische Reaktionen. Dabei löst das Zusammenspiel von Immunsystem und bestimmten Allergenen eine Freisetzung von Histamin und anderen Entzündungsmediatoren aus, die zu einer massiv gesteigerten Durchlässigkeit der Blutgefäße führen. Typische Allergene können Nahrungsmittel wie Nüsse, Meeresfrüchte oder Eier sein, aber auch Insektengifte oder Pollen. Die Schwellung befindet sich oft an den Augenlidern, Lippen oder im Bereich der Atemwege, was im schlimmsten Fall zu gefährlicher Atemnot führen kann.

Medikamenteninduzierte Ursachen

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Entstehung von Quincke-Ödemen sind bestimmte Medikamente. Besonders bekannt ist hierbei der Zusammenhang mit sogenannten ACE-Hemmern, die häufig bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz eingesetzt werden. Diese Medikamente können die Konzentration von Bradykinin erhöhen, einem Botenstoff, der die Gefäßpermeabilität erhöht und somit zu einem Angioödem führen kann. Anders als bei der allergischen Form ist das medikamenteninduzierte Angioödem nicht histaminvermittelt und somit oft schwerer behandelbar.

Genetische und idiopathische Ursachen

In einigen Fällen kann ein Quincke-Ödem auch ohne klar erkennbare Auslöser auftreten, was als idiopathisches Angioödem bezeichnet wird. Darüber hinaus gibt es genetisch bedingte Formen, bei denen ein Mangel oder eine Funktionsstörung bestimmter Proteine, wie dem C1-Inhibitor, vorliegt. Dieses hereditäre Angioödem manifestiert sich häufig erstmals in der Kindheit oder Jugend und zeichnet sich durch wiederkehrende Schwellungen aus, die mehrere Tage andauern können. Die Diagnose ist hierbei wichtig, da andere Therapieansätze als bei allergisch bedingten Formen erforderlich sind.

Zusammenfassung

Die Ursachen des Quincke-Ödems sind vielfältig und reichen von allergischen Reaktionen über medikamentöse Nebenwirkungen bis hin zu genetischen Faktoren und unbekannten Auslösern. Eine genaue Anamnese und diagnostische Abklärung sind essenziell, um die passende Therapie einzuleiten und potenziell lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden.

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