Was sind die unterschiedlichen RAID Versionen und wie unterscheiden sie sich?
- RAID 0 – Striping
- RAID 1 – Mirroring
- RAID 5 – Striping mit Paritätsinformationen
- RAID 6 – Striping mit doppelter Parität
- RAID 10 – Kombination aus RAID 1 und RAID 0
- Fazit zu den RAID-Versionen
RAID, die Abkürzung für Redundant Array of Independent Disks, beschreibt eine Methode zur Speicherung von Daten auf mehreren Festplatten, um entweder die Leistung zu verbessern, die Ausfallsicherheit zu erhöhen oder beides zu kombinieren. Es gibt verschiedene RAID-Versionen, auch als RAID-Level bezeichnet, die sich darin unterscheiden, wie Daten verteilt und abgesichert werden. Im Folgenden werden die wichtigsten RAID-Versionen ausführlich erläutert und deren Vor- und Nachteile dargestellt.
RAID 0 – Striping
RAID 0 verteilt die Daten gleichmäßig auf zwei oder mehrere Festplatten, indem es sogenannte Stripes schreibt. Diese Methode erhöht vor allem die Schreibe- und Leseraten, da mehrere Platten gleichzeitig arbeiten. Allerdings bietet RAID 0 keine Redundanz: Fällt eine Festplatte aus, sind alle Daten verloren. Daher eignet sich dieses RAID-Level vor allem für Anwendungen, bei denen Geschwindigkeit und Kapazität im Vordergrund stehen, aber keine Datensicherheit erforderlich ist.
RAID 1 – Mirroring
Bei RAID 1 werden die Daten vollständig auf zwei Festplatten gespiegelt. Das bedeutet, dass jede Änderung auf beiden Platten gleichzeitig geschrieben wird. Diese Methode erhöht die Ausfallsicherheit erheblich, da im Falle eines Plattenfehlers die Daten auf der anderen Platte vollständig erhalten bleiben. Leistungstechnisch ist das Lesen oft schneller, weil beide Platten parallel gelesen werden können, das Schreiben entspricht jedoch meist der Geschwindigkeit einer einzelnen Platte. Der Nachteil ist, dass nur die Hälfte der Gesamtkapazität nutzbar ist, da die Daten gespiegelt werden.
RAID 5 – Striping mit Paritätsinformationen
RAID 5 kombiniert Striping mit einer Paritätsinformation, die über alle Festplatten verteilt gespeichert wird. Dadurch können die Daten auch dann wiederhergestellt werden, wenn eine Festplatte ausfällt. Dieses RAID-Level erfordert mindestens drei Festplatten. Die Nutzkapazität entspricht der Gesamtkapazität aller Platten minus der Kapazität einer Platte für die Parität. RAID 5 bietet eine gute Balance zwischen Ausfallsicherheit, Leistung und Speicherplatznutzung, ist jedoch bei vielen gleichzeitigen Ausfällen nicht geschützt und beim Schreiben etwas langsamer durch die Berechnung der Parität.
RAID 6 – Striping mit doppelter Parität
RAID 6 ist ähnlich zu RAID 5, verwendet aber eine doppelte Paritätsinformation, die es ermöglicht, den Ausfall von zwei Festplatten zu verkraften. Das ist besonders in großen Speicherarrays von Vorteil, wo die Wahrscheinlichkeit mehrerer Ausfälle steigt. Dafür wird allerdings noch mehr Speicherplatz für Paritätsdaten benötigt und die Schreibperformance ist häufiger etwas geringer als bei RAID 5. Mindestens vier Festplatten werden benötigt, um RAID 6 einzurichten.
RAID 10 – Kombination aus RAID 1 und RAID 0
RAID 10, auch als RAID 1+0 bezeichnet, kombiniert die Vorteile von RAID 0 und RAID 1, indem es zuerst die Daten spiegelt und diese Spiegel dann gestripet werden. Diese Kombination bietet hohe Ausfallsicherheit sowie sehr gute Leistungswerte beim Lesen und Schreiben. Allerdings geht ein großer Teil der Speicherkapazität durch die Spiegelung verloren. Mindestens vier Festplatten sind für dieses ausfallsichere und leistungsstarke System erforderlich.
Fazit zu den RAID-Versionen
Die Wahl der RAID-Version hängt stark von den individuellen Anforderungen ab. RAID 0 eignet sich für maximale Geschwindigkeit ohne Sicherheitsanforderungen, RAID 1 bietet hohe Datensicherheit durch Spiegelung, RAID 5 und RAID 6 ermöglichen eine ausgewogene Kombination aus Sicherheit und Effizienz, während RAID 10 eine sehr leistungsfähige und sichere Lösung für kritische Systeme darstellt. Weitere RAID-Level und Kombinationen existieren, sind aber in der Praxis weniger gebräuchlich. Grundsätzlich sollte man RAID als eine Komponente der Datensicherheit sehen und wichtige Daten zusätzlich regelmäßig sichern.
