Warum zeigt Wireshark keine Pakete an, obwohl der Netzwerkverkehr aktiv ist?
- Unzureichende Berechtigungen
- Falsche oder nicht ausgewählte Netzwerkschnittstelle
- Verwendung von Switches und Netzwerk-Topologie
- Promiscuous Mode ist nicht aktiviert oder wird vom Interface nicht unterstützt
- Firewall oder Sicherheitssoftware blockiert den Zugriff
- Filter in Wireshark verbergen die Pakete
- Hardware- oder Treiberprobleme
- Zusammenfassung
Unzureichende Berechtigungen
Wireshark benötigt oft erhöhte Berechtigungen, um den Netzwerkverkehr abfangen zu können. Unter Betriebssystemen wie Windows oder Linux muss das Programm mit Administratorrechten beziehungsweise root-Rechten ausgeführt werden, damit es auf die Netzwerkinterfaces zugreifen kann. Wenn Wireshark ohne diese Rechte gestartet wird, kann es sein, dass zwar Netzwerkverkehr stattfindet, dieser aber für Wireshark unsichtbar bleibt.
Falsche oder nicht ausgewählte Netzwerkschnittstelle
Ein weiterer häufiger Grund ist, dass die falsche Netzwerkschnittstelle in Wireshark ausgewählt wurde. Moderne Rechner verfügen oft über mehrere Netzwerkadapter, zum Beispiel Ethernet, WLAN oder virtuelle Netzwerkschnittstellen für VPNs. Wird eine Schnittstelle überwacht, über die kein oder sehr wenig Verkehr läuft, werden keine Pakete angezeigt. Es ist daher wichtig, die richtige Schnittstelle vor dem Start der Aufzeichnung auszuwählen und bei Bedarf mehrere Schnittstellen zu testen.
Verwendung von Switches und Netzwerk-Topologie
In modernen Netzwerken sind Endgeräte häufig mit Switches verbunden, die den Datenverkehr gezielt an bestimmte Ports weiterleiten. Wireshark kann dadurch auf einem einzelnen Rechner nur den Verkehr sehen, der direkt an dessen Schnittstelle ankommt oder gesendet wird. Broadcasts oder Multicasts sind meist sichtbar, Unicast-Pakete von anderen Geräten aber nicht. Um den gesamten Verkehr mitzulesen, wäre entweder ein Netzwerk-Sniffer-Modus (Promiscuous Mode) nötig oder das Einsetzen spezieller Netzwerkhardware wie ein SPAN-Port oder Netzwerk-Tap.
Promiscuous Mode ist nicht aktiviert oder wird vom Interface nicht unterstützt
Der Promiscuous Mode ermöglicht es dem Netzwerkadapter, alle Pakete zu empfangen, die über das Netzwerksegment laufen – nicht nur jene, die an die eigene MAC-Adresse gerichtet sind. Wenn dieser Modus in Wireshark nicht aktiviert wurde oder der Netzwerkadapter ihn nicht unterstützt, sieht man nur den eigenen Netzwerkverkehr. Besonders bei WLAN-Interfaces kann es schwierig sein, den Promiscuous Mode einzusetzen, da viele Treiber und Betriebssysteme hier Einschränkungen haben.
Firewall oder Sicherheitssoftware blockiert den Zugriff
Manchmal verhindern lokale Firewalls oder Sicherheitssoftware den Zugriff auf Netzwerkinterfaces oder blockieren das Abfangen von Paketen. Dies kann dazu führen, dass Wireshark zwar gestartet wird und das Interface erkennt, aber keine Pakete erhält. In solchen Fällen sollte überprüft werden, ob Sicherheitslösungen installiert sind, die Netzwerk-Überwachung einschränken und gegebenenfalls Ausnahmen definiert werden.
Filter in Wireshark verbergen die Pakete
Wireshark bietet mächtige Filtermöglichkeiten, mit denen man den angezeigten Paketstrom begrenzen kann. Wird fälschlicherweise ein Filter gesetzt, der den aktuellen Verkehr nicht umfasst, werden keine Pakete angezeigt, obwohl der Verkehr vorhanden ist. Es sollte deshalb zwischendurch geprüft werden, ob Filter aktiv sind, und diese gegebenenfalls deaktiviert oder angepasst werden.
Hardware- oder Treiberprobleme
In manchen Fällen können auch Probleme mit dem Netzwerkadapter oder den Treibern dazu führen, dass keine Pakete erfasst werden. Beispielsweise kann eine fehlerhafte Netzwerkkarte oder eine falsche Treiberversion die Paketaufnahme verhindern. Ein Update der Treiber oder ein Test mit einem anderen Adapter kann hier Abhilfe schaffen.
Zusammenfassung
Das Ausbleiben von Paketen in Wireshark trotz aktivem Netzwerkverkehr lässt sich meist auf fehlende Berechtigungen, falsche Schnittstellenauswahl, die fehlende Aktivierung des Promiscuous Mode oder die Netzwerktopologie zurückführen. Auch Softwarefilter, Firewall-Einstellungen oder Hardwareprobleme können Einfluss haben. Eine sorgfältige Prüfung der genannten Aspekte hilft dabei, das Problem zu identifizieren und zu beheben.
