Warum zeigt TightVNC im Headless-Modus nur einen schwarzen Bildschirm an?
- Einführung in das Problem
- Ursachen für den schwarzen Bildschirm im headless Modus
- Technische Hintergründe
- Lösungsmöglichkeiten
- Zusammenfassung
Einführung in das Problem
Wenn man TightVNC verwendet, um eine Verbindung zu einem Linux- oder Windows-System herzustellen, das ohne angeschlossenen Monitor (headless) betrieben wird, kann es häufig vorkommen, dass der VNC-Viewer nur einen schwarzen Bildschirm anzeigt. Dies ist ein bekanntes Problem und tritt vor allem dann auf, wenn der entfernte Rechner keinen aktiven Bildschirm oder keine aktive grafische Sitzung hat.
Ursachen für den schwarzen Bildschirm im headless Modus
Der Hauptgrund für den schwarzen Bildschirm ist, dass ohne einen angeschlossenen Bildschirm oder eine virtuelle Anzeigeeinheit der Grafikserver keine aktive Anzeige startet. Ohne aktive Grafikoberfläche liefert der VNC-Server kein Bild an den Viewer, weshalb dieser nur Schwarz sieht. Beim Einsatz von TightVNC bedeutet das, dass zwar eine Verbindung aufgebaut wird, aber keine laufende grafische Sitzung existiert, auf die der VNC-Server zugreifen könnte.
Technische Hintergründe
Grafikserver wie Xorg unter Linux oder die Windows-Grafiksysteme benötigen entweder eine physische oder eine virtuelle Anzeigeeinheit, um eine Oberfläche zu rendern. Wenn der Rechner allerdings ohne Monitor gestartet wird, registriert das System keine aktive Anzeige. In solchen Fällen muss entweder eine virtuelle Display-Lösung eingerichtet oder der Server so konfiguriert werden, dass er auch ohne angeschlossenen Bildschirm eine Grafiksession bereitstellt.
Lösungsmöglichkeiten
Eine Möglichkeit besteht darin, einen sogenannten "Dummy-Display-Adapter" oder "Virtual Display" zu konfigurieren. Unter Linux kann man beispielsweise mit einem Dummy-Gerät in der xorg.conf oder mit Tools wie xrandr eine virtuelle Anzeige erzwingen. Alternativ kann man dafür sorgen, dass beim Start eine grafische Sitzung mit aktivem Desktop gestartet wird, etwa durch das Einrichten eines VNC-Servers mit eigenem X-Display (z.B. Xvfb oder TigerVNC).
Auch bei Windows-Systemen hilft oft ein sogenannter "Headless HDMI-Dummy-Stecker". Dieser simuliert einen angeschlossenen Monitor, sodass die Grafikkarte eine aktive Anzeige liefert. Somit zeigt TightVNC bei der Verbindung nicht nur einen schwarzen Bildschirm, sondern den normalen Desktop an.
Zusammenfassung
Das Problem "TightVNC headless black screen" tritt auf, weil ohne angeschlossenen Monitor keine aktive Anzeige auf dem entfernten Rechner verfügbar ist. Um das zu umgehen, muss man entweder eine virtuelle Display-Umgebung konfigurieren oder Hardware-Dummy-Stecker verwenden, die das System zur Aktivierung einer grafischen Sitzung bewegen. Nur so zeigt TightVNC im Headless-Modus den eigentlichen Desktop und keinen schwarzen Bildschirm.
